Neue Forenaktion: Handwerk in Aventurien
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Bannstrahler versus Magiergilde

Von A wie Aves bis Z wie Zholvar: Alles über (mehr oder weniger) anbetungswürdige Kräfte und ihr Gefolge.
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Green
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Bannstrahler versus Magiergilde

Ungelesener Beitrag von Green »

Praios zum Gruße,

meine Spielergruppe hat am Ende unserer letzten Kampagne eine Magierakademie in einer greifenfurter Stadt gegründet (im Grunde eine Filiale der Garether Schwert und Stab-Akademie). Der Praiostempel vor Ort ist beim Thema Magie relativ gemäßigt, allerdings war mein Gedanke, dass eine derartige Organisation in der Markgrafschaft den dort verbreiteten Bannstrahlern sauer aufstoßen wird. Die Ausgangslage ist also erstmal, dass sich ein Grüppchen Bannstrahler in der Stadt eingefunden hat, die auf dem Marktplatz öffentliche Reden wider die Magie halten und versuchen, die Stimmung zu Ungunsten der Akademie zu kippen - mit dem Ziel, dass die Akademie vor die Tür gesetzt wird.
Ich glaube, dass das ein spannendes Szenario ist, in dem sich eine Menge Spiel ergibt. Aber ein paar Fragen hätte ich:

Wie steht das Verhältnis der unterschiedlichen praiotischen Strömungen zueinander aus? Wäre es beispielsweise glaubhaft, dass der hiesige Praiostempel die Bannstrahler irgendwann vor die Stadttore verbannt, weil sie zu aufwieglerisch werden? Oder würde damit der Praiostempel das Gesicht verlieren, zugunsten einer Magiergilde "gegen die eigenen Leute" vorzugehen? Hätte überhaupt jemand im praiosgläubigen Greifenfurt die Autorität, eine Bande Bannstrahler zum Dämon zu jagen?
Wäre es andersherum glaubhaft, dass die Bannstrahler Einfluss beim Praiostempel gewinnen, und diesen dazu bewegen, sich dem Hetzen gegen die Magier anzuschließen? Oder wäre es praiosgefälliger, die Weißmagier in Schutz zu nehmen, so sie denn im Rahmen rechtlicher Vorgaben handeln?
Eine weitere Option, die ich mir gut vorstellen kann, ist, dass der Praiostempel einen kleinen Machtkampf mit dem Graf und der Adelsschicht eingeht, und Zugeständnisse (zB Sonderzahlungen an den Tempel) verlangt, so er denn die junge Akademie weiter dulden soll, die auf Erlaubnis des Grafen gegründet wurde. (Das natürlich erst, wenn die Bannstrahler erfolgreich Stimmung in der Stadtbevölkerung gemacht haben.) Das ist vielleicht nicht ganz fromm, aber derartige Kirchenpolitik gibt es gewiss auch auf Dere.

Ich weiß, dass das letztlich von vielen Variablen abhängt. Mich würde daher interessieren, wie ihr einen solchen gesellschaftlichen Konflikt ausspielen würdet, bzw. ob ihr noch andere Denkanstöße für mich habt.

Zudem sollten die Spieler auch ohne höhere Autorität im Rücken die Möglichkeit haben, den Bannstrahlern kontra zu bieten. Einerseits ginge das argumentativ durch eigene öffentliche Reden, durch besondere Leistungen (eine Akademie, die den Leuten hilft, wird eher akzeptiert als ein Elfenbeinturm), und andererseits durch Diskreditieren der Bannstrahler. Aber da Bannstrahler, so denn nicht immer geweiht, dann doch zumindest mit dem Selbstverständnis der Praiosgefälligkeit agieren, weiß ich nicht, inwiefern ein Bannstrahler Dreck am Stecken haben könnte. Wie diskreditiert man einen Mann Gottes? Machtmissbrauch und heimliche Kriminalität passt für mich nicht so ganz zu einem überzeugten Praioten.

So weit erstmal. Ich hoffe, ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen und bin dankbar für alle Ideen.

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Denderajida_von_Tuzak
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Bannstrahler versus Magiergilde

Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak »

Bist du Spieler oder SL? Bzw. suchst du Input, wie Ihr als Spieler auf die Bannstrahler zugehen bzw. in Konflikt mit ihnen treten könnt, oder suchst du als SL mögliche Szenarien?

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Leta
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Bannstrahler versus Magiergilde

Ungelesener Beitrag von Leta »

In meiner Vorstellung kann man nicht einfach so eine Magierakademie gründen die auch noch in der Gilde ist. Das Verhältnis zu anderen Machtstrukturen in der Stadt ist etwas was lange vor der „Gründung“ geklärt werden muss.

Green
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Bannstrahler versus Magiergilde

Ungelesener Beitrag von Green »

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben: 06.03.2024 18:33 Bist du Spieler oder SL? Bzw. suchst du Input, wie Ihr als Spieler auf die Bannstrahler zugehen bzw. in Konflikt mit ihnen treten könnt, oder suchst du als SL mögliche Szenarien?
Oh, das ging aus dem eingehenden Post gar nicht hervor. Mein Fehler. Ich bin Spielleiter und suche hauptsächlich nach Szenarien.
Leta hat geschrieben: 06.03.2024 18:38 In meiner Vorstellung kann man nicht einfach so eine Magierakademie gründen die auch noch in der Gilde ist. Das Verhältnis zu anderen Machtstrukturen in der Stadt ist etwas was lange vor der „Gründung“ geklärt werden muss.
Die Gründung geschah auch nicht "einfach so", und, wie gesagt, ist es nicht wirklich eine alleinstehende Akademie, sondern als eine Außenstelle einer bereits vorhandenen zu verstehen. Politisch ist diese Instanz abgesichert, die Machtstrukturen sind weitestgehend geklärt: der Graf hat die Gründung erlaubt, die Gilde hat zugestimmt, der Praiostempel duldet das. Es kommt jetzt eben ein Einfluss von Außen, der sich daran stört. Wie man dieses Verhältnis gesellschaftlicher Kräfte von innen und von außen dann ausspielt, ist Fragestellung dieses Threads.

Firnblut
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Ungelesener Beitrag von Firnblut »

Wenn die Akademie von der örtlichen Herrschaft abgesegnet ist und die Bannstrahler quasi gegen herrschaftliche Beschlüsse angehen wollen, dürfte der Tempel mMn auf Seiten der Herrschaft stehen. Die Praioskirche unterstützt die Adlesherrschaft, besonders die lokale. Dafür wird ihr im Gegensatz relativ großer Einfluss zugestanden.

Green
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Ungelesener Beitrag von Green »

Firnblut hat geschrieben: 06.03.2024 19:04 Wenn die Akademie von der örtlichen Herrschaft abgesegnet ist und die Bannstrahler quasi gegen herrschaftliche Beschlüsse angehen wollen, dürfte der Tempel mMn auf Seiten der Herrschaft stehen. Die Praioskirche unterstützt die Adlesherrschaft, besonders die lokale. Dafür wird ihr im Gegensatz relativ großer Einfluss zugestanden.
Aber würde die Kirche gegen öffentlich sprechende Bannstrahler vorgehen? Wie genau ist die Beziehung zwischen der Hauptströmung der Praioskirche und dem Bannstrahler-Orden? Das sind ja schließlich praiosgefällige Leute, auch wenn sie manches "etwas extremer" auslegen.

Setzen wir mal das Szenario als solches vorraus: die Bannstrahler treten jeden Tag auf dem Marktplatz auf eine Kiste und halten donnernde Reden gegen die Magie. Sie sagen erstmal nicht, dass die Akademie niedergebrannt werden soll, sondern bleiben ganz allgemein. Dabei ist mindestens einer der Bannstrahler auch tatsächlich geweiht. Dem Graf geht das gegen den Strich, er sagt der Stadtwache, sie sollen da mal interveniren. Die Stadtwache entgegnet: das ist ein Geweihter des Praios, der da spricht, auf den werde ich nicht meine Hellebarde richten. Also geht der Graf zum Praiostempel und bittet darum, dem Kollegen das Mundwerk zu verbieten. Der Praiostempel sagt dazu: klar hast du hier das Sagen, aber der gute Mann verhält sich praiosgefällig. Das ist nicht mit meinem Glauben vereinbar, ihm das zu verbieten.
Natürlich steht der Regent autoritär und gesellschaftlich über dem Praioten. Aber es ist nicht so, dass er sein Vorgesetzter ist, und der Praiosglaube ist grade regional extrem bedeutsam. Ich kann mir schon vorstellen, dass es hier Spannungen geben würde, die sich nicht ganz so einfach klären ließen.
Zumindest fände ich es schade, wenn hier gar kein Konfliktpotenzial bestünde.

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Reinecke
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Ungelesener Beitrag von Reinecke »

Green hat geschrieben: 06.03.2024 19:53 Aber würde die Kirche gegen öffentlich sprechende Bannstrahler vorgehen? Wie genau ist die Beziehung zwischen der Hauptströmung der Praioskirche und dem Bannstrahler-Orden? Das sind ja schließlich praiosgefällige Leute, auch wenn sie manches "etwas extremer" auslegen.
Ich denk mal, die Praios-Kirche würde zuerst versuchen, dass intern zu regeln, wenns dem Tempel wirklich nicht gefällt. Aber das ist leider kein so spannender Spielinhalt, wenn man nicht drinsteckt, außer für SCs, die selber in der Kirche sind.

Wer hat denn was dagegen, dass da ein auswärtiger Pfaffe auf dem Marktplatz reden schwingt? Der Graf und der Tempel haben der Gründung zugestimmt, aber haben sie auch ein Eigentinteresse an der Akademie? Wenn nicht würden die vielleicht sagen: "Wir verbieten ja nichts und halten uns an die Abmachung, aber was willste machen?" Erst wenn es denen selbst auf den Keks geht, was die Bannstrahler da treiben, würden die anfangen, Hebel in Bewegung zu setzen.

Da könnt man vielleicht ansetzen, was fürs Spiel interessantes draus zu machen. Vielleicht mit Gegenagitation, bis die Bürger (oder zumindest ein paar wichtige) klar machen "Wir wollen die Zauberfuzzies hier haben", damit zB der Graf um des lieben Friedens willen anfängt, Druck zu machen. Oder sich an die ortsansässigen Praiospfaffen ranschleimen, dass die lieber einen genervten Brief nach weiter oben schreiben, damit irgendwer die Bannstrahler zurückpfeift, als ihre Glaubensbrüder machen zu lassen. Oder die Helden halt ein paar echte Heldentaten vollbringen lassen, die die Bannstrahler desavouiert darstehen lässt.

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Na'rat
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Bannstrahler versus Magiergilde

Ungelesener Beitrag von Na'rat »

Green hat geschrieben: 06.03.2024 18:03 Wie steht das Verhältnis der unterschiedlichen praiotischen Strömungen zueinander aus?
Wissen wir nicht. Gesetzt ist der Bannstrahl als ein Orden der Kirche, welcher öffentlich, wiederholt, willentlich und unter aktiver Beteiligung hoher und höchster Würdenträger der Kirche die Lehren der Kirche völlig folgenlos mit Füßen tritt.
Also eine Setzung, die so gar keinen Sinn macht.

Hier wäre also zu überlegen, was der Bannstrahl ist.

Eine Miliz frommer Bürger, die gerne mal über die Strenge schlägt, der Führungsregie aber aus Geweihten besteht, welche die Ordnung der Kirche rigoros durchsetzen. Eher ein bewaffneter Stammtisch, als ein waffentragender Orden.

Eine vom frommen Adel und wohlhabenden Bürgern gestifteter Orden der Kirche, der über beträchtlichen finanziellen Rückhalt und weltlichen Einfluss verfügt und in dessen Führungsregie immer wieder Verteilungskämpfer zwischen einen klerikalen und weltlichen Zweig ausbrechen, denn dann die Mutterkirche schlichten muss. Was dann dazu führt, dass man recht dezentral organisiert ist.

Ein weitgehend von der Kirche getragener und zentral geführter Orden, in den nur verdiente Laien aufgenommen werden, der direkt von der Kirche geführt wird, und sich von der Sonnenlegion nur in der Qualität unterscheidet.

Am spannendsten wäre wohl die zweite Variante. Hier kann man dann überlegen, ob und welche Kräfte es in der Stadt gibt, welche hinter der Komturei Greifenfurt stehen. Eine erzreaktionäre Praiosgeweihte, die es wie in Beilunk machen will. Gegen die kann der Hochgeweihte des greifenfurter Tempels wenig machen.

Untersteht die Komturei Greifenfurt doch nicht ihm, ist nur ihm nur im Ausnahmefall - wie direkter Gefahr für den Tempel - Gehorsam schuldig, sondern sie untersteht dem Hochmeister der Ordensprovinz Greifenfurt. Der Hochmeister untersteht dann dem Ordensmeister des Bannstrahls und erst Ordensmeister ist dem Boden des Lichts verpflichtet. Vom Boten des Lichts geht es dann wieder mit der Befehlskette abwärts, bis sie beim Hochgeweihten des greifenfurter Tempel landet.
In der Kirchenhierarchie stehen der Komtur Greifenfurt und der Hochgeweihte des greifenfurter Tempels so ziemlich auf einer Stufe, bei Fragen des Protokolls wird dann das Dienstalter im Amt herangezogen.

Auch der Hochgeweihte des Greifenfurter Tempels kann nicht einfach durchregieren, klar könnte er, aber er muss ja auch Rücksicht auf die Befindlichkeiten seiner Priester und seiner Gemeinde nehmen, sonst regiert er bald nur noch per Dekret.

Auftritt den aufstrebenden Stern in der hiesigen Komturei des Bannstrahlers, der seine Erfüllung im Genozid an den Orks sieht. Dem ist beinahe jede praiosgefällige Waffe im Kampf gegen Orks recht, auch und gerade solche, die Orks per Gedankenkraft verbrennen können. Dafür müsste man seine nominelle Vorgesetzte nur irgendwohin wegbefördern.

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Reinecke
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Bannstrahler versus Magiergilde

Ungelesener Beitrag von Reinecke »

Man könnte natürlich auch überlegen, ob es nicht... aggressivere Methoden gibt, das Problem anzugehen. Ich mein nicht, die einen Kopf kürzer zu machen, aber vielleicht reicht es ja, den Bannstrahlern lange genug heimlich Abführmittel in den Haferbrei zu mischen, bis die keine Lust mehr auf das Kaff haben.

Probleme: Erstens brauchts SCs mit den entsprechenden Fähigkeiten und der entsprechenden Einstellung, und ich kann mir vorstellen, eine Gruppe, die eine weiße Magier-Akademie gründet, verfügt nicht unbedingt über solche Vorzüge; aber da kennst du deine Spieler besser. Zweitens sind die Bannstrahler Fanatiker, was immer sie auch sonst sind. Die nehmen das evtl als besonders gottgefällige Herausforderung an und sagen "Jetzt erst recht!".

EDIT
Na'rat hat geschrieben: 06.03.2024 20:44 Auch der Hochgeweihte des Greifenfurter Tempels kann nicht einfach durchregieren, klar könnte er, aber er muss ja auch Rücksicht auf die Befindlichkeiten seiner Priester und seiner Gemeinde nehmen, sonst regiert er bald nur noch per Dekret.
Das nicht. Aber je nachdem, wie wichtig die Sache dem regionalen Oberhoshi der Bannstrahler ist, reicht vielleicht auch ein kollegialer Hinweis des Hochgeweihten, dass das doch bitte unterbleiben soll, sonst... Wenn da das Herz des Ordenstypen dran hängt, muss man in der Hierarchie tatsächlich weiter nach oben.

Green
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Ungelesener Beitrag von Green »

Reinecke hat geschrieben: 06.03.2024 20:25Da könnt man vielleicht ansetzen, was fürs Spiel interessantes draus zu machen. Vielleicht mit Gegenagitation, bis die Bürger (oder zumindest ein paar wichtige) klar machen "Wir wollen die Zauberfuzzies hier haben", damit zB der Graf um des lieben Friedens willen anfängt, Druck zu machen. Oder sich an die ortsansässigen Praiospfaffen ranschleimen, dass die lieber einen genervten Brief nach weiter oben schreiben, damit irgendwer die Bannstrahler zurückpfeift, als ihre Glaubensbrüder machen zu lassen. Oder die Helden halt ein paar echte Heldentaten vollbringen lassen, die die Bannstrahler desavouiert darstehen lässt.
Das ist effektiv, was ich im Spiel vorhabe: es kommt zu allerlei Ereignissen in der Stadt, die sich direkt oder indirekt auf das Auftauchen der Bannstrahler zurückführen lässt, und die aufgeklärt oder verhindert werden müssen. Bürger, die mit der Gilde Geschäfte machen, werden öffentlich von der Bannstrahler-Zuhörerschaft angegangen. In der Akademie wird eingebrochen, gestohlen wird zB ein Protokoll der Kinder, bei denen ein magisches Potenzial festgestellt wurde. (Stecken die Geißler direkt oder nur indirekt dahinter?) Zwei Tage später sind plötzlich einige Türen mit dem Wort "Dämon" beschmiert. Der Magier-SC wird nicht mehr in jedem Laden bedient, oder gerät abends in eine Schlägerei. Aber auch umgekehrt: einige Bürger, denen die Gruppe in der Vergangenheit geholfen hat, ergreifen Partei für die Akademie und den SC, der Praiostempel spricht ein Machtwort, wenn die Gruppe ihn überzeugen kann (zB durch irgendeinen Dienst). Es gibt also eine gesellschaftliche Spannung, die eindeutig von den Bannstrahlern ausgeht, und die es für die Spieler-Gruppe zu navigieren gilt. Wie wird man die Bannstrahler wieder los? Und genügt das, um den Hausfrieden grade zu rücken?

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Reinecke
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Ungelesener Beitrag von Reinecke »

Green hat geschrieben: 06.03.2024 21:11 Wie wird man die Bannstrahler wieder los? Und genügt das, um den Hausfrieden grade zu rücken?
Dadurch, dass irgendwer mit den entsprechenden Kompetenzen ein Machtwort spricht, würd ich denken; entweder die weltliche Obrigkeit, oder jemand mit der kirchlichen Autorität. Die muss man halt dazu bringen, dass zu tun. Da es die Macht der SCs übersteigen dürfte, diese Leute dazu zu zwingen, müsste man die davon überzeugen, dass es in ihrem eigenen Interesse ist, den Bannstrahlern die Grenzen aufzuzeigen, respektive den Weg zum Stadttor.

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Baal Zephon
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Bannstrahler versus Magiergilde

Ungelesener Beitrag von Baal Zephon »

Was genau haben die Bannstrahler denn gegen die SC dass sie bereit sind deswegen potentiell gegen Gesetze zu verstoßen und sich mit dem BdWP anzulegen? Weil dass ist eine Dependance der Schule des Oberfuerzwerges der Kirche... die können mindestens mal mit einem Geharrnischten Brief rechnen (für den Anfang) und dann noch mit weiterem politischen Druck - auch deswegen weil der BdWP noch die eine Magiergilde ist bei der die Praioten am ehesten Einfluss haben und das sicher nicht riskieren wollen dass sie dastehen wie bei den Grauen (Ja ja, wir kümmern uns sicher um alles... aber ihr wisst ja wie das mit Bürokratie ist... wir müssen erst den zuständigen Entscheidungsträger aus Riva herholen...) oder den Schwarzen (Hahahaha! Ja klar genau! Mischt euch nicht in Gildenangelgenheiten ein Pfaffe!)
Natürlich wird nicht alles eitel freude Sonnenschein sein aber gerade gegen die Hauptmagierakademie des Reichsheeres vorzugehen (Wo nicht wenige Adelige drinnen sitzen) erscheint mir als besonders doof.... Gut die Bannstrahler sind nicht als die Hellsten gesetzt aber dass scheint mir überzogen...
Sind die Bannstrahler eigentlich vom örtlichen Beschirmer in Greifenfurt gedeckt? Weil ggf. schicken die Helden einfach einen Brief an den oder ersuchen um eine Audienz im Sinne von guter Zusammenarbeit innerhalb des Reiches und für die Alveranschen Götter und könnnen hier versuchen den Beschirmer selbst zu überzeugen - der ggf. eh schon Druck vom Praiostempel und dem Grafen hat. Spätestens wenn die Bannstrahler dessen Befehle missachten ist es angemessen ihnen Bessesenheit/Wahn zu attestieren und aus der Stadt zu jagen - wenn der Beschirmer das nicht vorher machen lässt.
Vielleicht versucht klassischer weise auch eine 3. Partei warum auch immer für Streit zwischen dem Bannstrahl und der Magiergilde zu streuen. Da geht viel: Vom Namenlosenkult über eine Hexenverschwörung oder einen Herumgeisternden Quitslinga ist viel drin. Vielleicht ist es auch das Werk eines Kobolds oder Schelms der einfach einen echt bescheidenen Sinn für Humor hat - oder ein Schwarzschelm der Chaos stiften will.
Vielleicht auch einfach ein Streich einer heimlichen Phexgeweihten die das als Herausforderung for the Lulz macht oder so. Wenn einem nichts besseres einfällt kann es auch einfach ein "Spaß" sein den sich ein Gelangweilter verhüllter Meister *hust* Tarmerlein *Hust* erlaubt.
Ein Herz für Dämonen!

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Alrik Schwarzleser
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Ungelesener Beitrag von Alrik Schwarzleser »

Green hat geschrieben: 06.03.2024 18:03 Oder wäre es praiosgefälliger, die Weißmagier in Schutz zu nehmen, so sie denn im Rahmen rechtlicher Vorgaben handeln?
MMn ja, das gilt aber eigentlich auch für die Bannstrahler.
Orden und Bündnisse14 hat geschrieben:Das größte Feindbild aber ist die Magie: Mada ist durch ihren Frevel Hauptschuldige an der Unvollkommenheit der Welt; Zauberei in jeder Form muss verfolgt und ausgemerzt werden. Mit Magie versuchen die Menschen sich frevlerisch den Göttern gleichzustellen. Jegliche gewirkte Magie lässt die Struktur des Kosmos weiter zerfallen und bietet dem Bösen ein Tor in die Welt – mit diesem Bild folgt der Orden den Traditionalisten der Praioskirche. Doch die Gesetze binden jeden – insbesondere die Diener Praios’. So ein Magiewirker sich also innerhalb der weltlichen Gesetze bewegt, sein Gildenrecht einhält und sich nicht gegen Götterrecht versündigt, ist sein Tun hinzunehmen.
Der gute Ruf, den der Orden in der Stadt genießt, kommt explizit auch daher, dass seine Mitglieder - speziell die Veteranen - relativ besonnen handeln (siehe z.B. die Beschreibung Gisbert von Schwarzensteins im AB Blut auf uraltem Stein aus Von Orks und Menschen), zudem wird auch der Prätor des Greifenfurter Praiostempels als diszipliniert und pflichtbewusst beschrieben (SdR144f.) dabei dürfte er vermutlich am ehesten den Braniborern zuzuordnen sein.
Zuletzt geändert von Alrik Schwarzleser am 30.05.2024 01:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Baal Zephon hat geschrieben: 06.03.2024 22:14Was genau haben die Bannstrahler denn gegen die SC dass sie bereit sind deswegen potentiell gegen Gesetze zu verstoßen und sich mit dem BdWP anzulegen?
Die Empörung, dass in ihrer markgräflichen Heimat die Magie institutionell versucht Einzug zu halten. Mehr nicht wirklich. Als Präzedenzfall würde ich die Halle der Macht anbringen, die ursprünglich in Greifenfurt gegründet und dann verlegt wurde. Gut, das war 100 Jahre vorher und nicht das Weiße Pentagramm, aber entsprechend habe ich auch nur einen Haufen vigilanter Laiengeißler angesetzt und nicht gleich eine Inquisition.
Im Grunde wollte ich einfach mal was mit Geißlern machen, und dachte, ein Haufen empörter Bannstrahler ist eine sinnvolle innerweltliche Reaktion auf die Entscheidung der SCs, eine Akademie-Filiale im tiefpraiotischen Hinterland zu errichten.

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X76
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Ungelesener Beitrag von X76 »

Green hat geschrieben: 06.03.2024 18:58 Die Gründung geschah auch nicht "einfach so", und, wie gesagt, ist es nicht wirklich eine alleinstehende Akademie, sondern als eine Außenstelle einer bereits vorhandenen zu verstehen. Politisch ist diese Instanz abgesichert, die Machtstrukturen sind weitestgehend geklärt: der Graf hat die Gründung erlaubt, die Gilde hat zugestimmt, der Praiostempel duldet das. Es kommt jetzt eben ein Einfluss von Außen, der sich daran stört.
Der Herrscher hat hoffentlich seine Entscheidung sehr gut überlegt. Die Entscheidung ist auf jeden Fall politischer Zündstoff, da der Bannstrahl ein eigenes Ordenshaus in der Stadt hat und lange vor der Magierakademie dort war und sich mit Leib und Seele für die Ordnung einsetzt und eingesetzt hat.

Die Zulassung war auf jeden Fall ein schwerer Schlag ins Gesicht der Bannstrahler. Ihnen hat der Herrscher erst öffentlich ins Gesicht gespuckt und anschließend hat er sie nochmal angepisst.

In meinen Augen hat sich der Herrscher mit seiner leichtfertigen Entscheidung ins eigene Fleisch geschnitten und einen alt gedienten verlässlichen Partner für eine olle Zweigstelle (ist ja nicht mal eine Akademie, die ihm ordentlich etwas einbringt) eingetauscht.

Das die Extremisten da üble Magie wittern ist auch nicht weit hergeholt. Von Praios strahlenden Geist kann der Herrscher bei der offensichtlichen Umnachtung nicht erfüllt gewesen sein. :devil: Auch der Praiostempel stellt einmal mehr unter Beweis, dass er sich überhaupt nicht für die Vollstreckung von Praios Wille einsetzt und kniet, wo man stehen sollte (Unbeugsamkeit ist einer der Kernpunkte des Praiosglaubens). Schlimmer noch sticht er den wirklich aufrechten Praioten, die immer an vorderster Front stehen, hinterhältig einen Dolch in den Rücken.

Das einige Fanatiker bei so offenkundigen Missständen über die Stränge schlagen könnten ist nicht ausgeschlossen (irgendwer muss schließlich gegen das offensichtliche Übel vorgehen und diese undankbare Aufgabe fällt eigentlich immer auf den Bannstrahl - man tut das was nötig ist, egal wie hoch der Preis auch ist). Das wird so weit gehen, dass das Feuer irgendwann einfach nicht mehr ignoriert werden kann und dann wird hart durchgegriffen.

Dann werden die treuen Gläubigen, die alles für die gute Sache riskiert haben abgestraft. Wie weit die Bestrafungen gehen richtet sich nach dem Ausmaß der Auswüchse und welche persönlichen Interessen die mächtigen Spieler in diesem Spiel haben (das kann durchaus bis zu Massenhinrichtungen führen). So oder so wird man das in der Stadt nicht so schnell vergessen.

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chizuranjida
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Ungelesener Beitrag von chizuranjida »

Normalerweise wird man versuchen, sowas hinter den Kulissen zu klären. Diese Leute müssten sich doch eigentlich alle kennen. Der adlige Obermotz vor Ort wird doch regelmäßig in den Praiostempel zur Andacht gehen, auch mal unter vier Augen mit dem Obergeweihten über dies und jenes reden, dürfte der größte Spender sein (oder derjenige, der dafür sorgt, dass viele Leute den Tempelzehnt abgeben), und falls man gut miteinander kann, gibt es sicherlich auch mal Einladungen zum Essen, auf ein Glas Wein, zur Jagd, oder was man so macht.

Auch der regionale Ober-Bannstrahler wird beiden bekannt sein. Auch sowas wie Bürgermeister oder Zunftmeister sind in ein Netzwerk auf ihrer Ebene eingebunden und mit dem Ober-Praioten sicher und dem Ober-Bannstrahler womöglich gut bekannt.

Ob man eine Zauberschule okay findet, das klärt man beim jährlichen XY-Treffen, beim Geburtstag von Soundso, oder bei entsprechenden Anlässen, wo man sowieso gesellig am selben Biertisch sitzt, sozusagen.

Wenn sich einer statt dessen auf den Marktplatz stellt und Stunk macht, und das gewöhnliche Volk aufwiegelt, stellt er sich gegen dieses etablierte Netzwerk und gegen die ortsüblichen Gepfogenheiten, und wird sich bei den Leuten mit Einfluss vermutlich unbeliebt machen, zumal er deren Entscheidung, die Akademie zu dulden, in Frage stellt.

Edit:
Der Ober-Adlige und der Ober-Praiot stecken da in einer Zwickmühle, finde ich. Der Bannstrahler auf der Redner-Kiste auf dem Marktplatz wirft ihnen ja unausgesprochen vor, dass sie inkompetent sind und großen Mist gebaut haben, indem sie die Akademiefiliale zugelassen haben, und pisst ihnen damit ans Bein. Aber öffentlich reagieren (durch Gegenrede oder Abführen mit Stadtwache/Tempelgarde)und damit ein Zerwürfnis der Obrigkeit öffentlich zugeben, das geht gar nicht.

Wenn sie nun hinter den Kulissen Briefe an Vorgesetzte schrieben, die die Bannstrahler zurückpfeifen sollen, wäre das fürs Spiel unergiebig. Was geht statt dessen?
Sie könnten versuchen, die Bannstrahler auf ein anderes Ziel hin zu lenken. Gibt es in der Gegend noch eine Hexe, die verfolgt gehört, ein druidisches Heiligtum, das noch nicht zerstört ist, eine alte orkische oder trollische Kultstätte, eine Ork-Bande mit Schamanen, die Gerüchten zufolge herumreist, irgendein magisches Monster aus alten Märchen, oder eine scharlatanische Quacksalberin, die Bauer Alriks Ziege vergiftet haben soll? Da könnten vielleicht auch die Helden was arrangieren.

Sollte sich herausstellen, dass Das Uralte Ork-Heiligtum des Grauens (TM) tatsächlich exisitiert, und Bannstrahler und Zauberer plätten es am Ende gemeinsam, lässt sich der Streit dann auch so beilegen.

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CCustodias
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Bannstrahler versus Magiergilde

Ungelesener Beitrag von CCustodias »

Ohne jetzt richtig tief einzusteigen und mich nach fast zwei Jahrzehnten wieder auf Na'rats Serie an ermüdenden Trugs... Interpretation einzulassen-
der Verlauf ist aus meiner Sicht abhängig vom Zeitpunkt auf dem Zeitstrahl Aventuriens und den jeweiligen Machtverhältnissen.
Wenn Markgräfin und Praiostempel die Akademie stützen bleibt den Bannstrahlern maximal die Augen nach Verfehlungen offen zu halten und hinter den Kulissen Verbündete zu suchen. Durch Unruhe die öffentliche Ordnung in Greifenfurt zu stören wäre denkbar unangebracht. Wenn Du als SL einen schwelenden Zwist aufbauen möchtest, dann würde ich die Position von Markgräfin, Tempel und Lokaladel nicht ganz so fest aufbauen, dass die Bannstrahler keinen Hebel finden. Insbesondere vor der Quanionsqueste sollte sich ein/e namhafte/r Geweihte/r finden, die die Position der Magieablehnung sauber durchargumentieren kann. In Greifenfurt würde ich auch unter der Bevölkerung nicht so sehr den Mob mit Mistgabeln und Fackeln auf der Straße sehen, sondern zu einem gewissen Anteil etablierte und vernetzte Bürger, die festgefügte Ansichten haben. Eher wie Verbindungsstudenten und deren alte Herren, die es nur im Ausnahmefall, wenn sie sich bereits im Vorteil sehen, nötig haben Mitläufer aufzuwiegeln auf der Straße zornig zu schreien. Magie an sich ist immer ein Risiko und die Vermittlung an potentiell verantwortungslose Menschen ein anmaßender Fehler.
Zu welcher Ausrichtung neigt die frisch gegründete Zweigstelle (welcher Akademie?) denn?

Vasall
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Was wir haben, ist ein Magiergilde die nun einen Sprengel ins Kernland der Praioskirche und des Bannstrahlordens setzt.

Der Bannstrahl Orden hat mit Gildenmagen offiziell kein Problem und ist überall mit Gildenakademien einverstanden. Moralisch jedoch werden Magier in der Gesellschaft lediglich geduldet sie sind nun mal mit dem Fluch der Mada belegt sollten aber deswegen nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Man glaubt ja fest daran, dass Magie und magische Begabung etwas ist das nach und nach schon weniger werden wird und derweil vor allem wilde Magie eingegrenzt werden muss, um akute Schäden zu verhindern.

Die Mark Greifenfurt ist Stammland der Bannstrahler, hier wurden sie gegründet, hier halten sie umfassende Ländereien, die sie über Jahrhunderte aus Stiftungen von Bürgertum und Adel ansammelten und seither Grundbesitz, Hörige und Eigenleute durch ihre Äbte verwalten lassen. Altgediente Ritter und Veteranen des Ordens bestellen hier das Land, hüten die zahlreichen Wehrtempel und bieten der Bevölkerung in Stadt und Land Schutz vor allem Unbill.

Umgekehrt sind auch die Weißmagier eine wichtige Stütze des Reiches jeder weiß das und Adel und Bürgertum vertrauen auf die Macht der Magie so lange sie eben in Ihrem Sinne und damit vorgeblich im Sinne des Reiches eingesetzt wird. Den Bannstrahlern selbst ist das auch klar. Sie akzeptieren die politische Entscheidung und die Notwendigkeit für Magierakademien.

Die Entscheidungsträger in der Stadt, Stadtherr und Ordens- bzw. Gildenleute pflegen unter gegenseitigem Respekt einen gepflegten Austausch in Beratungen und Verhandlungen, so wie @chizuranjida es beschreibt.

In dem beschriebenen Szenario wird also keine Seite die andere politisch oder sonstwie ausmerzen können und es muss darauf hinauslaufen sich mit Hilfe der bestehenden Führungsnetzwerke zu arrangieren. Dennoch halte auch ich diese Situation für gut geeignet einen spannenden politischen und moralischen Konflikt zu bespielen.

Dazu sollten beide Seiten breit aufgestellt werden, durchaus als heterogene Gruppierungen mit mitunter weit auseinander gehenden Meinungen, Überzeugungen und vielleicht auch Zielsetzungen.

Wenn zwei Parteien zwei so grundlegend unterschiedliche Vorstellungen haben, kann es schnell zu Missverständnissen kommen, die zu einem veritablen Konflikt auflodern. Dabei muss es gar kein moralisches Fehlverhalten einer Seite gegeben haben; ein unbedeutender Konflikt, aus einem Zufall heraus und anschließend unzureichende Kommunikation kann schon reichen die Sache zu eskalieren.

Vielleicht passiert irgendeine Kleinigkeit draußen auf dem Land. Der alte Bruder Ucurbaer, Ritter der Bannstrahler, Veteran vieler Orkgefechte und Hüter eines der Wehrtempel freut sich über die tatkräftige Unterstützt eines potentiellen Knappen des Ordens, den er erst kürzlich im Dorf ausfindig gemacht und in den Tempel geholt hat, und der vor Tatendrang und Überzeugung nur so strotzt.
Solches Potential fällt aber nicht nur dem Bannstrahler auf, auch einer der Magier hat an dem Jungen etwas Besonderes erkannt und ihn eines Tages gefragt, ob dieser ihn nicht zur Akademie begleiten möge, was der neugierige Junge kurzerhand tat, ohne darüber einen Gedanken zu verlieren, wie Ucurbaer das wohl fände.
Als aber Ucurbaer im Dorf nachfragt berichten einige der Gänse hütenden Kinder, dass sie den halbwüchsigen in Begleitung eines Magisters in Richtung Stadt aufbrechen sahen. Sofort zieht dieser vor das Tor der Akademie, wo er mittlerweile etwas aufgebracht ans Tor poltert und verständlicherweise nicht vorgelassen wird. Der Knabe ahnt mittlerweile das etwas krumm läuft, traut sich aber auch nicht die freundlichen Magier zu verärgern, die wiederum hinter Ucurbaers Sorge Fanatismus vermuten.
Der Alte kehrt erstmal zurück in sein Dorf, berichtet den Bauern und gemeinsam entscheiden sie zum vor den Toren der Stadt gelegenen Wirtschaftshof des Gildenhauses zu ziehen, es samt der Ländereien der Gilde zu besetzen und die Herausgabe des Knaben zu verlangen, was die Magier wiederum in ihrer Vermutung nur bekräftigt und sie erst recht dicht machen. … und so kommt eins zum anderen…

In der Situation stellen der verdiente, aber für Verhandlungen zu rauhbeinige Ucurbaer und die Bauern ein gewisses Chaosmoment dar, das viel Sympathien in der Bevölkerung sammeln, aber / oder auch weitaus fanatischere Bannstrahler anziehen mag. Zudem wurde das Gesinde der Gilde überwältigt und mag nun ihren Peinigern zürnen.
Und auch der Knabe, nennen wir ihn Treulieb, ist eine eigene, moralisch sehr erhabene Unbekannte, denn schließlich sollte es aus Heldensicht seine Entscheidung sein, ob er zu den Bannstrahlern oder der Gilde gehen möchte. Doch jede Seite wirft der anderen natürlich negative Einflussnahme auf ihn vor.

Eine salomonische - äh rohalsche - Entscheidung muss gefunden werden und dabei können die Helden tatkräftige Unterstützung bieten und zugleich dafür sorgen, dass die drohende Fehde nicht weiter eskaliert.

Vielleicht kommt ja demnächst der Kaiserhof vorbei und man kann von ganz oben ein weises, göttergefälliges Urteil erwarten, wenn man nur lange genug durchhält.
…oder das drohende Chaos lässt die Mark im falschen Moment unachtsam sein.

Green
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Ungelesener Beitrag von Green »

X76 hat geschrieben: 06.03.2024 23:47Der Herrscher hat hoffentlich seine Entscheidung sehr gut überlegt. Die Entscheidung ist auf jeden Fall politischer Zündstoff, da der Bannstrahl ein eigenes Ordenshaus in der Stadt hat und lange vor der Magierakademie dort war und sich mit Leib und Seele für die Ordnung einsetzt und eingesetzt hat.
Dass die Entscheidung politischer Zündstoff ist, finde ich definitiv. Aber ich muss noch einmal klarstellen, dass die Akademie nicht in der Hauptstadt Greifenfurt steht, sondern in einer anderen greifenfurter Stadt in einer entfernten Ecke der Mark, die es nur in unserem Aventurien gibt. Da regiert ein hierarchisch unter der Margräfin stehender Graf, nicht die Markgräfin selbst. (Ist ein Überbleibsel aus unserer anfänglichen DSA-Zeit, als wir das mit Titeln und der Derographie etc. noch nicht so genau genommen haben. Es ergibt derisch vielleicht nicht so ganz Sinn, aber haben wir damals so festgesetzt und mittlerweile mögen wir es nicht mehr ändern. Für die Zwecke diese Threads können wir ihn gerne Baron oder so nennen.)
CCustodias hat geschrieben: 07.03.2024 06:40Zu welcher Ausrichtung neigt die frisch gegründete Zweigstelle (welcher Akademie?) denn?
Die Mutterakademie ist Schwert und Stab zu Gareth. Der Fokus liegt eindeutig auf dem Kampf, was auch einer der Gründe ist, warum die "Außenstelle der Garether Akademie Schwert und Stab zum Bollwerk gegen widernatürliche Kräfte im Norden des Reiches" vom hiesigen Regenten abgesegnet wurde: die Stadt hat in den letzten Jahren öfter mal Probleme mit Orkschamanen und deren Klüngel gehabt, sodass man sich in dieser Richtung rüsten wollte. Und als die Gruppe für die Erfüllung einer existenziellen Queste vom Grafen einen Wunsch gewährt bekam, war die Gründung der Akademie und die dauerhafte Präsenz von Weißmagiern in der Stadt schnell beschlossene Sache. So weit die bisher gespielte Ausgangslage.

@Vasall Die Idee mit dem begabten Knaben, den beide Seiten für sich gewinnen wollen, finde ich sehr schön! Etwas in der Richtung habe ich mir als potenziellen Konflikt vorgestellt, das wird bestimmt seinen Weg an meinen Spieltisch finden.

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Denderajida_von_Tuzak
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Ungelesener Beitrag von Denderajida_von_Tuzak »

ehrlich gesagt sehe ich erst mal nicht besonders viel Konfliktstoff...

die Bannstrahler werden in der Frühphase, wenn sie von der Existenz des Akademiestützpunktes was mitbekommen, mal vorbeischauen - und dann, wenn sie feststellen, dass das S&Sler sind, sehr erfreut sein, zumindest wenn es keine Abtrünnigen sind. Denn Magiebegabte gibt es auch in Greifenfurt, alle ausbrennen kann man (rein ressourcenmäßig) nicht (und schuldloses erzwungenes Ausbrennen dürfte zwar nicht in allen, aber in weiten Teilen der Praioskirche als Verstoß gegen die Götter gewertet werden), alle schuldlos auf den Scheiterhaufen bringen darf man auch nicht - und mit dem BdwP wird eine potentielle Ausbildung zumindest in göttergefällige (mit den Garether Akademien sogar in einigermaßen Praios- und Rondragefällige) Bahnen gelenkt, statt dass sie der Schwarzmagierei oder gar dem Hexenwesen anheim fallen...

mittelfristig könnte es allerdings zu ein bisschen Knatsch kommen, wenn die Helden zu erfolgreich gegen schwarze Magie, Orken, u.s.w. vorgehen und der Neid der Bannstrahler geweckt wird. Die haben sich nämlich in den letzten 30 Jahren eher nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es um den Kampf gegen die Borbaradianer oder die Orken ging: der Bannstrahl saß gut verschanzt in seinen Burgen (bspw. Auraleth oder Beilunk), hat dafür Teile der ihm anvertrauten Ländereien aufgegeben, und lieber im Kircheninternen Ränkespiel agiert (bspw. als Stütze des einen Lichtboten im Schisma), während S&S ordentlich geblutet (sowohl bei der Rückeroberung der Stadt Greifenfurt im Orkensturm, bei Borbarads Tobrieninvasion wie auch bei der Schlacht von Wehrheim zu Beginn des JdF), aber dafür auch was für Reich und Kirchen geleistet hat. Tja, und wenn S&Sler den Job jetzt schon wieder besser machen...

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Braunbär
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Ungelesener Beitrag von Braunbär »

Also wenn die Bannies sich in dem Fall ernsthaft gegen die Obrigkeit, die Herrschaft und schlussendlich gegen die Gesetze stellen, würde ich die als Praioskirche mal vorsichtig daran erinnern, dass es zwar besser wäre es gäbe keine Magier, aber WENN es sie schon gibt, dann lieber in einer Gildenstruktur die einer ordentlichen Gerichtsbarkeit untersteht als irgendwelche Hexen, die die magiebegabten Kinder entführen *räusper* und dunkle Machenschaften gegen die lokale.Bevölkerung planen... ...wenn man schon den Tod sterben muss, dass diese Missgeburten mit dieser Kraft hantieren, die nie für Sterbliche gedacht war, dann wenigstens unter HESindes wachsamen Auge, die deren unnatürlichen Gaben in eine halbwegs.göttergefällige Bahn lenkt... 😈😈😈
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Ungelesener Beitrag von Vasall »

Denderajida_von_Tuzak hat geschrieben: 07.03.2024 16:07 Die haben sich nämlich in den letzten 30 Jahren eher nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es um den Kampf gegen die Borbaradianer oder die Orken ging[...]
Mag sein, dass das aus Abenteuern so rüberkommt, schließlich sind Bannstrahler als Antagonisten gesetzt und müssen immer eins drauf kriegen.
Die Regionalspielhilfen setzen das aber sehr bewusst genau entgegengesetzt. Da ist das Pfund, das die Bannstrahler haben eben genau ihr guter Leumund, bei Adel und Bevölkerung, wenn es um den Schutz vor Kroppzeug geht, auch wenn sie es dann innenpolitisch als Fanatiker oft übertreiben.

Nimmt man den Bannstrahlern aber diesen an sich guten Leumund und damit einhergehend ihre gesellschaftliche Integrität, dekonstruiert man sie doch auch zwangsläufig als spannende Antagonisten.
:grübeln:

Dann wären sie ja wirklich nur noch bekloppte Fanatiker, die nichts auf die Kette kriegen.
Ihre Beschreibung in Orden und Bündnisse oder SdR liest sich für mich da aber schon deutlich differenzierter und bietet mehr Potential.
Deswegen zeichnete ich in obigem Entwurf gezielt das Bild der im Land verwurzelten, in der Gesellschaft angesehenen Bannstrahler nach.

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Ungelesener Beitrag von Hesindian Fuxfell »

Eine Option wäre ja vielleicht, dass ein/zwei einfache, fanatischere Mitglieder des Ordens (offiziell) nicht gestützt Unmut anzetteln. Nicht öffentlich auf dem Marktplatz, aber in der Taverne, in der sich die "besonders praiosgefälligen" Bürger gern einfinden.
Und dadurch kommt es zu diversen Aktionen gegen die entstehende Akademie, gegen Familien mit neuerdings nachgewiesenem magisch begabten Nachwuchs.

Das könnte auch interessanter sein, dem nachzugehen, weil es mehr Fingerspitzengefühl verlangt. Man hat halt keinen offenen Gegner und möglicherweise auch in paar falsche Fährten (Leute, denen man es zutrauen würde, die sich aber bestenfalls zu Schulden kommen lassen, nichts zu sagen).
Der dessen Name nicht getanzt werden darf.
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CCustodias
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Ungelesener Beitrag von CCustodias »

Dann wären sie ja wirklich nur noch bekloppte Fanatiker, die nichts auf die Kette kriegen.
Der Orden vom Bannstrahl Praios' ist im Wesentlichen was man daraus macht. Die Beschreibungen lassen teils bewusst Auslegungsspielraum, teils kommen sie von Autoren mit unterschiedlichen Perspektiven. Wenn man sie durchweg als bekloppte Fanatiker darstellt, die ohne Bezug zur restlichen Gesellschaft dastehen, kann man das natürlich machen, muss sich aber nicht beklagen, wenn man Plausbilitätsprobleme bekommt.

In einer Welt, in der Magie vorkommt, die einzelnen Individuen zugänglich ist und die sich oft genug schädlich oder gar katastrophal auswirkt, ist vernunftbetonter Umgang der Bevölkerung damit jetzt nicht unbedingt was ich als Normalfall erwarten würde. Der Aventurier hat kein Regelbuch zur Hand, dass ihm überwiegend sachlich Möglichkeiten und Grenzen erläutert (und wenn man mal ehrlich ist - auch einiges verharmlost). Und selbst wenn es so wäre, so gäbe es Antipathien, u.a. da der Zugang zu diesen Möglichkeiten mehr oder weniger exklusiv ist. Wird nicht die positive Auswirkung von Magie in Aventurien oft völlig überschattet von ihren negativen Auswirkungen? Nicht am Spieltisch, aber wenn man in der Welt wirklich leben würde/müsste?

Green
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Ungelesener Beitrag von Green »

Hesindian Fuxfell hat geschrieben: 08.03.2024 09:21 Eine Option wäre ja vielleicht, dass ein/zwei einfache, fanatischere Mitglieder des Ordens (offiziell) nicht gestützt Unmut anzetteln. Nicht öffentlich auf dem Marktplatz, aber in der Taverne, in der sich die "besonders praiosgefälligen" Bürger gern einfinden.
Und dadurch kommt es zu diversen Aktionen gegen die entstehende Akademie, gegen Familien mit neuerdings nachgewiesenem magisch begabten Nachwuchs.

Das könnte auch interessanter sein, dem nachzugehen, weil es mehr Fingerspitzengefühl verlangt. Man hat halt keinen offenen Gegner und möglicherweise auch in paar falsche Fährten (Leute, denen man es zutrauen würde, die sich aber bestenfalls zu Schulden kommen lassen, nichts zu sagen).
Ja, so etwas hatte ich auch schon im Kopf. Dabei muss man nur, finde ich, aufpassen nicht zu sehr in Heimlichkeit und Ränkeschmiederei abzurutschen - sonst ist man schnell beim Fuchs statt beim Greifen. Und ein Unmut Stiften in der Kneipe zum Prächtigen Praios wäre ja dann nur bedingt weniger öffentlich als das Predigen von der Marktplatzkiste. Aber klar, die Herangehensweise ist natürlich eine andere.

Ich hatte überlegt, an die Spitze der Bannstrahler-Gruppe einen jungen, aufstrebenden Ordensritter zu stellen, der durch adeligen Hintergrund (Zweitgeborener von Barongrafherzog Soundso) bei den richtigen Leuten genug Einfluss hat, um vielleicht nicht sofort zurückgepfiffen zu werden, und gleichzeitig die nötige Mischung aus Fanatismus und Karrieregeilheit besitzt, um das Vorgehen gegen die Akademie zu einem persönlichen Anliegen zu machen. Eventuell ist dieser mit seinem Gefolge auch aus einem ganz anderen Anliegen in der Stadt - der hiesige Tempel hält etwa ein Convent - und dabei erfährt er von der Akademie. Entgeistert hört er sich um, kriegt hier und da mit, dass es durchaus etwas Unmut in der Stadt gibt, grade unter den konservativeren Kreisen ("So eine weiße Gilde ist ja nicht verkehrt, aber nicht in meiner Stadt."), und schreibt es sich auf die Fahne, in seinem Zeitplan Platz für ein paar öffentliche Reden zu schaffen. Er kriegt durchaus ein wenig Zulauf, und selbst wenn ihm schon kurz darauf das öffentliche Mundwerk verboten werden sollte, sät er den Samen der Antipathie im Privaten weiter, und es kommt in den nächsten Tagen zu einigen Ereignissen für und wider die Magierakademie.

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X76
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Ungelesener Beitrag von X76 »

Green hat geschrieben: 08.03.2024 22:49 Ich hatte überlegt, an die Spitze der Bannstrahler-Gruppe einen jungen, aufstrebenden Ordensritter zu stellen, der durch adeligen Hintergrund (Zweitgeborener von Barongrafherzog Soundso) bei den richtigen Leuten genug Einfluss hat, um vielleicht nicht sofort zurückgepfiffen zu werden
Das muss nicht mal ein toller Adeliger sein. Es reicht völlig, wenn es einem seiner Vorgesetzten eigentlich ganz Recht ist, wenn jemand gegen die verhasste Zweigstelle vorgeht. Da alles den direkten Dienstweg gehen muss (Ordnung muss sein!), kann es eine Weile dauern, bis das offizielle "Halt" Greifenfurt erreicht. Zumal die Chefetage schwer beschäftigt ist und sich nicht um jede Lappalie sofort kümmern kann.

Die lokale Praiosvertretung kontaktiert den Chef in X, das läuft dort durch die Ränge, dann kommt die Anweisung zurück und dann hört es vielleicht auf. Wobei man nicht vergessen darf, dass so ein Fall vielleicht vorher noch einmal juristisch geprüft werden muss - schließlich muss man ganz sicher sein, dass das Zurückpfeifen auch korrekt ist. Gerade wenn vor Ort möglicherweise ein Unbefugter etwas gegenteiliges angeordnet hat (also jemand ohne Weisungsbefugnis, wie der Tempelvorstand, so die fremden Bannstrahler ihm (noch?) nicht offiziell unterstellt wurden).

Natürlich könnte der weltliche Herrscher eingreifen, aber solange der Schuppen nicht brennt, wird er wohl die Füße still halten. Warum sich in politischen Sprengstoff einmischen, wenn da bereits die Mühlen mahlen? Der ist wenigstens ebenso klug, wie der fremde Chef.

Strategisch wäre ein "Noname" Aufrührer sogar besser zu handhaben, als der angedachte Kerl mit Verbindungen. So jemanden kann man nämlich leicht fallen und verurteilen lassen, wenn es unbequem wird. "Natürlich wird er mit der vollen Härte des Gesetzes für seine übereifrigen Taten..."

Da man den Ärger gutheißt, schickt man selbstverständlich ganz bewusst so einen übereifrigen Bannstrahler dort hin. Man kann sich sicher sein, dass der den Laden aufmischen wird und niemand kann einen Vorwurf machen, dass man damit etwas zu tun hat. "Ich habe nur einen vielversprechenden, Praios fürchtigen Mann auf eine Mission geschickt. Das es bei der Durchreise durch Greifenfurt dabei zu einem Zwischenfall gekommen ist, ist höchst bedauerlich..." und das ist nicht gelogen. Kein Befehl und keine Anweisung, sondern einfach Menschenkenntnis. Offiziell war das nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zum eigentlichen Ziel/Aufgabe. Daher erfolgt natürlich auch keine Unterstellung der Truppen an die lokalen Machthaber (z.B. Vorstand des Tempels oder der lokalen Bannstrahler).

Wobei die einfachen Leute gute und gehorsame Diener Praios sind. Wenn da jemand erzählt, wie schlimm, ketzerisch und unerträglich so eine Akademie ist und man das sowieso schon vorher so gefühlt hat, sind schnell ein paar Typen zu allem bereit.

Dann passt es, wenn ein eifriger Bürger mit einer Felljacke und einer Orkmaske bekleidet mit ein paar Gleichgesinnten das Akademiegebäude stürmt und der Präsident... ähm Bannstrahler behauptet, damit gar nichts zu tun zu haben. Das müssen dann die Gerichte klären. :devil:

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Ungelesener Beitrag von Bergbewohner »

Ist Greifenfurt nicht auch eine Bastion des Praiosglaubens mit "menschlichem" Gesicht? Ich hatte es in einem Abenteuer mal so interpretiert. Die Bäcker haben Sonnenwecken am Straßenrand verkauft (runde leicht süße Brötchen), man hat sich am Morgen zum Gebet auf dem Marktplatz getroffen und das Sonnenlied angestimmt (von Geweihten vorgesungen), und die Bannstrahler hatten mehr die Funktion einer Stadtwache bei mir. Das heißt, sie waren organisiert und haben keine Terrorherrschaft ausgeführt, sondern waren berechenbar (aber unnachgiebig). DAs bedeutete, dass sie immer klar sagten, was die Regeln waren, und diese dann auch mit nicht-tödlichen Mitteln (wozu gibt es Schlagstöcke) nach einer einmaligen Warnung inklusive einer tatsächlich guten Frist umgesetzt haben. Falls sich ergeben wurde, wurden die Übeltäter in das Gefängnis gebracht, wo man darauf vertrauen konnte, dass man tatsächlich nach kurzer Wartezeit einem Richter zugeführt wurde, der auch wirklich genug Zeit hatte einen Fall umfassend zu prüfen und die gerechte Strafe nach Gesetzeslage aussprach. Korruption und Ego waren fehl am Platz. Da es Bannstrahler waren, waren die Gesetze hart und der Blick sehr streng. Aber eine Hexe wird nun nicht einfach verhaftet weil sie eine Hexe ist, immerhin ist das nicht illegal. Sie wird aber im Auge behalten, vielleicht bei der metaphorischen Passkontrolle ständig herausgezogen, aber nicht behelligt wenn sie sich nicht gegen Regeln stellt.

Wenn du also eine Magierakademie gründest, wäre meine Idee eher folgende: Es ist keine Frage der Macht oder der Korruption wer am längeren Hebel sitzt, sondern der Prinzipien und des Einbindens in das lokale Herrschaftssystem. Es ist ein Konflikt des Papierkrams. Die Bannstrahler wollen einen Vertreter im Büro des Direktors haben. Sie wollen sehen, wer hier ein- und ausgeht. Nicht läuft ohne offizielle Genehmigung der zuständigen Stellen, und zwar streng so wie es im Gesetzbuch kodifiziert ist. Der Lehrplan für das nächste Jahr muss fristgerecht bei der Stadt eingereicht werden, damit überprüft werden kann, ob auf dem Lehrplan etwas steht, was nicht praiosgefällig ist - und wenn das drauf steht, kann man vielleicht eine Anhörung beantragen, bei der der Fall verhandelt wird. Jeder Schüler, der sich eines Vergehens in der Stadt schuldig macht, wird durchleuchtet. Es gibt keinen kurzen Weg durch den Papierdschungel, und kein Biegen von Regeln. und darunter leidet dann die magische Forschung und der Aufbau der Akademie, was eher die Konflikte nach sich zieht. Ihr sagt "Wir wollen hier was aufbauen, was stört ihr?" und die Bannstrahler sagen "Wir waren vorher hier, und Greifenfurt ist stolz darauf, eine praiosgefällige Stadt zu sein in der die Gesetze der Götter auch Gesetze sind, und keine Richtlinien."

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Vetrecs
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Ungelesener Beitrag von Vetrecs »

Nun, die letzten 50 Jahre aventurische Geschichte sprechen auf jeden Fall eher für die Bannstrahler und gegen Magiekundige :devil:

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