Forenaktion : Orks und Rahja abseits von Klischees - Vignetten

Hier präsentieren wir euch die Forenaktionen
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Fenia_Winterkalt
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Forenaktion : Orks und Rahja abseits von Klischees - Vignetten

Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 05.08.2022 15:18

Rahja ist die Göttin der Liebe, Freude, Schönheit, Tanz, Wein u.v.m. Sie wird verehrt als Göttin des Bieres, als lebensfrohe Raischa oder als Prinzip der Ewigen Freude. Leider stehen viele ihrer Aspekte hinter dem Sexuellen und der Lust oft zurück

Orks haben viele verschiedene Kulturen, von den Orichai mit ihren Sklaven und Kasten, den mutigen Kriegern und Stammesjägern der Zholochai bis zu den Handwerklich versierten Korogai oder den Mokolash die Frauen mit Achtung behandeln und keine Nomaden sind. Trotzdem werden Orks gerne auf wenig reduziert: Gewalt, Frauenhass, Blutkulte und Schwertfutter.

Die beiden geplanten Publikationen dazu bewegen die Community zur Zeit. Warum also nicht einmal die andere Seite beleuchten? Wir suchen Vignetten abseits dieser Klischees. Also kleine Szenen. Perfekt um sie mobil aus dem Urlaub zu schreiben (Wer das Glück hat) ;)


Und da wir zwei Themen haben und alle guten Dinge ja auch bekanntlich zwei sind, liebe Bruderschwestern, ist die Mindestanzahl der Vignetten auch 2 (Kann aber auch zum gleichen Thema sein).

Jeder der bis zum 31.8.2022 um 23:59 Uhr zwei Vignetten zum Thema hier im Thread postet, die sich abseits der Klischees abspielen, bekommt auch ein ganz fabulöses Badge!

Bild

Extrabonus Liebhabpunkte von unserem Herzen in eure, bekommt ihr wen ihr eure Vignetten auch noch dem Wiki zur Verfügung stellt. Da könnt ihr euch auch umsehen und mal schnuppern worum es bei Vignetten geht. Bitte nur ins Wiki packen wenn es auch die Kriterien einer Vignette erfüllt. Längeres könnt ihr hier drin aber gerne lassen :)
Vignetten sind lebendige Beschreibungen der Welt. Sie sollten kurz sein und nicht mehr als 3 Sätze umfassen. Man soll sich gleich hineinversetzt fühlen.
Sie sollen nicht der Anfang von Geschichten sein und auch nicht vom Abenteuer ablenken.
Mit fellig liebenden Grüßen,
Fenia für das DSAForum Team

NEU:

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Forenaktion : Orks und Rahja abseits von Klischees - Vignetten

Ungelesener Beitrag von Farmelon » 05.08.2022 15:38

Rahja und Orks, Orks und Rahja.....das schreit doch fast nach Tiefhusen! :ijw:

Tiefhusener Rahjatempel:
In den Rahjagärten um den Tempel kreuzt eine ältere, grauhaarige, Geweihte den Weg anderer Gläubiger, schimpft im Selbstgespräch etwas über diese Pilger die immer nur Fleischelust mit Rahja verbinden und nicht einmal Gedichte zu würdigen wissen. Und schiebt dabei ihre Schubkarre mit frischer Komposterde, welche würzig duftet, weiter zu den heiligen Rebstöcken des Tempels. Wo zwei der Novizen schon Unkraut jäten und junge Triebe in die gewünschten Wuchsrichtungen binden.
Tiefhusener Marktplatz:
Ein hoch gewachsener Ork in grüner und ockerfarbener Kleidung schnauzt einen am Boden liegen Thorwaler an, der besoffen aus einer Taverne geworfen wurde, unzweifelhaft nicht der Gewinner der letzten Schlägerei. Mit geübten Handgriffen zieht der Ork ein mit Leder umwickeltes Beißholz aus einer Tasche und schiebt das dem Thorwalscher zwischen die Zähne als dieser protestieren will.
der würzige Duft alleine, von den mit Rauschmitteln getränkten Leder, könnte schon einen Ochsen benommen machen. So hält der Besoffene endlich die Klappe und wehrt sich nicht als der Ork mit grober Kraft und unerwartetem Geschick die ausgerenkte Schulter des Nordmanns wieder in Form drückt. Ehe die Stadtwache den merklich Benommenen abtransportiert.
Hiermit gebe ich meine Vignetten zur Weiterverwendung in der Vignettensammlung der Wiki-Aventurica frei.
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Forenaktion : Orks und Rahja abseits von Klischees - Vignetten

Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 05.08.2022 15:39

Die kannst du gerne selbst ins Wiki packen.. ist ein Wiki! ;) Aber schöner Auftakt :heart:

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Ungelesener Beitrag von Farmelon » 05.08.2022 15:53

Danke. Mit dem Wiki bin ich nie warm geworden, was die Bearbeitung von Artikeln oder das Hinzufügen neuer Inhalte angeht. Mit keiner Wiki. ^^
Aber damit das hier nicht OT bleibt direkt noch etwas:

Tiefhusen - Eine Schmiede:
Der Schwarzpelz mit Armen die Bäume ausreißen könnten lässt seinen mächtigen Hammer mit genau dosierter Gewalt auf den großen Amboss krachen, laute Hammerschläge bearbeiten das glühende Metall und formen daraus eine kunstvolle Klinge in die viel Schweiß und Blut geflossen ist.
Feuer prasseln, es riecht nach Ruß, Feuer und Schweiß. Als der Schwarzpelz seinen Kopf schüttel fliegende glitzernde Tropfen Schweiß aus seinem geflochtenen Haupthaar umher.
Als er den neuen Besucher bemerkt richtet sich die gelben Augen kurz auf diesen, dann ruft er einen jüngeren Ork dazu, noch nicht ganz ausgewachsen aber schon mehr Mann als Junge, der die Klinge übernimmt damit der Schmied selber sich dem Besucher zuwenden kann........
Hiermit gebe ich meine Vignetten zur Weiterverwendung in der Vignettensammlung der Wiki-Aventurica frei.
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Ungelesener Beitrag von Imion Waldpfeil » 05.08.2022 22:05

Mein Erster:
Ein ziemlich stark berauschter älterer Geweihte steht im Schatten des Tempeleinganges und fordert die Helden auf mit ihm um die Wette zu dichten.
Nun der Zweite:
In einem Dorf im Norden treffen sie eine junge Rahjageweihte die versucht einen sichtlich genervten Firungeweihten von der Sinnhaftigkeit und Logik ihrer luftigen Bekleidung und ihres verspielten Verhaltens zu überzeugen.
:grübeln:
Du hast einen Rechtschreibfehler gefunden herzlichen Glückwunsch, du darfst ihn behalten.

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Ungelesener Beitrag von Imion Waldpfeil » 05.08.2022 22:17

Wobei das zweite etwas Klischeemäßig ist; deshalb lieferte ich noch ein drittes:
Die Helden treffen eine junge Geweihte die sie zu einem Picknick, mit örtlichen Spezialitäten, und ihnen erzählt das die auf dem Weg zu den Zyklopeninseln ist, um dort an einem Bardenwettsteites des örtlichen Barons teilzunehmen. Sie lässt es sich nicht nehmenund spielt den Helden ihr Lied vor, eine Ballade um einen verliebten Adelssprössling dessen Angebetete eine einfache, verarmte Bauernstochter ist.
Ich hoffe das ist besser. :grübeln:
Du hast einen Rechtschreibfehler gefunden herzlichen Glückwunsch, du darfst ihn behalten.

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Ungelesener Beitrag von Argilac » 05.08.2022 22:59

Zwei Vignetten für die Stadt Thorwal geschrieben. Nach Festum eingefügt:

https://de.wiki-aventurica.de/wiki/Vignetten#In_Thorwal

*Im Hafen hat eine schlanke Schivonelle aus Belhanka festgemacht. Zwei Kriegerinnen in schimmerndem Bronze-Harnisch stützen einen in hauchdünne, rote Gewänder gekleideten Priester der Heiteren Göttin, der die starken Bewegungen des Schiffes und den steifen Wind augenscheinlich schlecht verträgt, während gerade zwei Orks mit Oberarmen dick wie Bierfässer eine Planke auf das Schiff anlegen.
*In der Nähe des Nordtors findet Ihr Peraines Tempel von Wohlfahrt und Heilkunst, eine eher kleine Thorwalerin verabschiedet sich noch von einer Geweihten. Als sie sich umdreht, müsst Ihr überrascht feststellen, daß es sich um eine Orkin handelt, die mit einem Korb voller Kräuter das Haus der Gütigen verlässt.

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Ungelesener Beitrag von Arigata » 05.08.2022 23:35

Dann versuche ich mich auch mal dran.

*Der Mann in den Vierzigern stellt den Korb voller Weintrauben ab, die er bis eben unter den unbarmherzigen Strahlen des Praiosrunds gesammelt hat. Aus einer Tasche der groben Leinenhose zieht er ein Fläschchen und winkt einen anderen Erntehelfer zu sich. „Du, komm her.“ - „Jawohl, Euer Gnaden“, stammelt der Angesprochene und gehorcht, so dass der Diener Rahjas eine kühlende Salbe auf den beginnenden Sonnenbrand auftragen kann.

*Als die drei Schwarzpelze auf der Straße auftauchten, befürchtete Alrike das schlimmste. Mit einem umgeknickten Fuß und nur mit einem Dolch bewaffnet hatte sie keine Chance. Doch stattdessen erkundigte sich einer der Orken in relativ gutem Garethi: „Bist du verletzt?“
„J-… ja“, stammelte Alrike.
„Du kannst nicht laufen. Wir tragen“, bestimmte der Ork.
Überrascht ließ Alrike sich hochheben und erreichte so doch noch vor Einbruch der Dunkelheit das Dorf.
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Ungelesener Beitrag von Aryador » 06.08.2022 00:07

Ihr lauft schon seit einiger Zeit einen schmalen Pfad entlang der Hänge mit Weinbergen, als ihr an einem kleinen Schrein vorbei kommt. Eine aus dem Fels gehauene Stute erhebt sich neben einem steinernen Widder mit besonderes großen Hörnern. Davor sind reife Trauben als Opfergaben geschichtet, einige davon bereits in der Sonne getrocknet oder überreif aufgeplatzt. Der Duft von schweren, süßen Trauben hängt in der Luft. Fliegen und andere Insekten schwirren um den Schrein. Eine Inschrift erklärt: "Rahja + Levthan - segnet diese Früchte".
Zweitens:
Aus einem Nebenraum des aranischen Bergklosters klingen Flötentöne. Als ihr euch dem Ort nähert, sitzt dort ein Ork in die roten Gewänder der rahjanischen Mönche des Klosters gehüllt und scheint völlig in sein Flötenspiel versunken. "Bruder Orbrak", sagt leise der Abt. "Kam vor zwei Jahreslaufen zu uns und wollte sein Leben der Harmonie widmen. In unserem Kloster kann jeder der Lieblichen Herrin dienen, wie er möchte. Die Herrin schenkt uns allen Passion und Kunst, wir müssen sie nur in uns entdecken." Der Ork spielt unterdessen weiter, seine behaarten Finger fliegen grazil über die Löcher der Flöte. Die Melodie ist fremdartig und zugleich vertraut, klagend mit dem Unterton von Freude, mit Tonfolgen, die euch an Steppe, Wind und wogendes Gras erinnern.

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Ungelesener Beitrag von Mikal Isleifson » 06.08.2022 00:19

Mit kundigen Blick erkannte sie die Reben, die reif für die Ernte waren. Geschickte Finger führten das Messer und sanft legte sie die Frucht in ihren Erntekorb. Auch wenn ihr Rücken schmerzte, auch wenn ihr Rücken unter der Last Satinavs gebeugt, ihre Jugend längst vergangen und ihr einst begehrenswerte Körper vom Alter welk geworden - sie würde das Werk im Weinberg verrichten, solange sie noch konnte. Die Göttin verlangte es von ihr und freimütig diente sie, so wie sie es die letzten 50 Jahre tat. Das Werk der Göttin wird auf viele Arten verrichtet und jeder Geweihte dient auf die Weise, die ihm bleibt. Vorbei sind die Zeiten, da ihre vollen Lippen Küsse der Leidenschaft spendeten, verwelkt die Anmut ihres Leibes, da sie auf die 70 Götterläufe zuging. Doch wo ein Aspekt der Mutter von Rausch und Leidenschaft in den Hintergrund ihres erfüllten Lebens rückte, so fanden sich immer andere Wege, der Heiteren zu dienen und Harmonie zu fördern. So wie sie im Weinberg die Rebstöcke pflegt und erzieht, so vermittelte sie ihre Erfahrungen an die jungen Triebe im Tempel, den Novizinnen und Novizen. So wie das alte Holz den Weinstock stützt, so dass die jungen Reben gedeihen können, so akzeptierte sie ihre Aufgabe in Demut und Erfülltheit. Rahja's Gärten würden sie bald empfangen.

Vignettenform ->

"Geschickt schnitten die faltigen Hände eine weitere Rebe vom Weinstock. Die weißhaarige Geweihte der Heiteren streckte sich und hielt sich kurz den Rücken. Dann fuhr sie mit einem seeligen Lächeln mit ihrer Arbeit im Weinberg fort."

"Gebannt saßen die Novizen und Novizinnen um die alte Rahja-Geweihte, die trotz schlohweißer Haare und runzliger Haut nichts von ihrer Würde verloren hatte und ihnen sanft aber bestimmt den Weg der Göttin lehrte."

"Gravesh, leite meinen Arm und inspiriere mich!". Mit einen kraftvollen Schwung liess Gorbash seinen Hammer auf das Eisen fallen, welches einst ein Arbach werden sollte. Funken stoben und der Amboss sang. "Gravesh, leite meinen Arm und segne dieses Werk!". Erneut fiel der Hammer auf das glühende Eisen. Jeder Schlag ein Gebet an Gravesh, der den Orks das Feuer gab. Jeder Muskel, der sich schmerzend meldete eine Lobpreisung auf seinen Gott. Sterben muss jeder. So leicht ist es, Tairach zu dienen. Im Tod liegt keine Herausforderung. Brazoragh begünstigt den Stärksten. Doch wo ist Stärke ohne die Gaben Gravesh's? Wie behauptet sich der Kriegshäuptling ohne Gruufhai und Arbach? Nein! Gravesh ist es, der den Orks die Mittel gibt, um Feinde zu Tairach zu schicken und stärkt die Begünstigten Brazoraghs mit Arbach, Gruufhai und Rüstung. Was wissen die Okwach schon? Ohne en Stahl, den Gravesh uns gab, sind sie nichts. Also lobte Gorbash Gravesh mit jedem seiner Schläge, die das Metall auf dem Amboss erklingen liessen und er war dankbar für sein Los.

Vignettenform ->

"Mit einer Lobpreisung auf den Lippen pries der Orkschmied Gravesh mit jeden Schlag seines Hammers auf das glühende Metall auf seinem Amboss. Der narbige Okwach, Champion seines Stammes, welcher einige Schritte abseits stand, beobachtete ihn mit Anerkennung und Ehrfurcht."


P.S.: Nachdem ich erst jetzt verstanden habe, was mit Vignette gemeint ist, habe ich mich an die Vignettiquette gehalten und meinen Beitrag etwas umgeschrieben.

Hiermit gebe ich meine Vignetten zur Weiterverwendung in der Vignettensammlung der Wiki-Aventurica frei.
Zuletzt geändert von Mikal Isleifson am 07.08.2022 14:49, insgesamt 3-mal geändert.
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Forenaktion : Orks und Rahja abseits von Klischees - Vignetten

Ungelesener Beitrag von Rhonda Eilwind » 06.08.2022 00:34

Kurze Vignetten kann ich einfach nicht... :oops:

Also sind hier ein paar längere.

Besonderer Dank geht an @chizuranjida für passende Inspiration zur rechten Zeit.

Rahja

In der Vorhalle des Tempels
Eine junge Frau kommt herein. Sie trägt lockere Straßenkleidung, die Schuhe hat sie offenbar draußen ausgezogen. Die dunklen Haare sind streng zu einem Zopf zurückgebunden. Mit leisen, gleichsam fließenden Bewegungen geht sie zu der Seitennische, in dem das Tischchen mit den rosenförmigen Duftkerzen aufgestellt ist, wählt eine aus und lässt ebenfalls leise eine Münze in den Opferstock fallen.
Dann wendet sie sich einer der Nischen zu, in der, durch Vorhänge etwas abgeschirmt, Gläubige sich der stillen Andacht widmen können.
Sie entzündet die Kerze an der großen Kerze vor dem Bild der tanzenden Rahja und nimmt ein paar Rosenblätter aus dem Korb daneben. Dann lässt sie sich in einer einzigen, übergangslosen Bewegung im Schneidersitz auf einem der Kissen nieder, die dort zu diesem Zweck am Boden liegen. Die Kerze stellt sie vor sich ab und streut die Blätter in einem Kreis darum herum.
Dann richtet sie sich wieder auf, legt die Hände in den Schoß und schließt die Augen und verharrt in stillem Gebet.
Nach etwa einer Viertelstunde steht sie auf und trägt die Kerze und die Blättern nach vorn auf ein kleines Sims unter der Abbildung. Kurz neigt sie vor dem Bildnis der Heiteren Göttin den Kopf, dann schlüpft sie hinaus – genauso leise und kontrolliert, wie sie hereingekommen ist.

Auflösung…
So man möchte… Ich konnte mich nicht für eine Version entscheiden. Je nach Gegend sind also beide möglich.

A.
An mehreren Hauswänden der Hafenstadt sind farbenfrohe Plakate zu sehen. Sie preisen „nur für kurze Zeit“ die regelmäßigen einer „berühmten tulamidischen Tänzerin aus den unermesslich prächtigen Städten des Südens“ in einem der besseren Teehäuser der Stadt an.
Wer diese Veranstaltung aufsucht, kann dort die junge Frau wiedertreffen, wie sie, die Haare immer noch streng zurückgebunden, in einem bauchfreien, tulamidischen Kostüm, das mit unzähligen Münzen und Glöckchen besetzt ist, und unterstützt von Schleiern in allen Regenbogenfarben, mit Hingabe den faszinierten Bürgern der ehrwürdigen Stadt die Leidenschaft und Ekstase des tulamidischen Bauchtanzes nahebringt.

B. Auf dem Weg aus der Stadt kommen die Helden am Exerzierplatz der örtlichen Kriegerakademie/Kaserne/Stadtgarde vorbei, auf dem gerade ein paar Rekruten durch die Grundausbildung im Schwertkampf gescheucht werden. Die Frau aus dem Rahjatempel, gerüstet mit einem Kettenhemd, gibt mit klarer, weit tragender Stimme Kommandos und schneidende Kommentare ab. Ruhig steht sie dabei auf ihrem Platz und nicht scheint ihrem Blick zu entgehen. Als sie losgeht, um hier und da Korrekturen vorzunehmen oder Hilfestellung zu geben, tut sie das mit denselben fließenden Bewegungen, mit denen sie sich durch den Tempel bewegt hat.

Draußen, vor der Stadt

Hufgetrappel ist auf der Straße zu hören und eine Staubwolke nähert sich. Eine große Reiterschar scheint heranzusprengen. Näher herangekommen, ist zu erkennen, dass es hauptsächlich Pferde sind. Prachtvolle Rösser, zwei oder drei mit leichtem Zaum, vielleicht ebenso viele an der Hand, während der Rest frei läuft.
Geritten werden sie von im Staub nur schemenhaft zu erkennenden Gestalten, leicht gekleidet in verschiedene Töne von Rosa und Rot. Ohne Sattel, auf dem bloßen Pferderücken, reiten sie, Geweihte der Rahja aus dem örtlichen Gestüt des Tempels, unterwegs mit einigen Jungpferden auf einem Ausritt in die Ebene, oder vielleicht auch hinunter an den Fluss zum Baden für die Pferde.
Wie ein Windstoß sind sie vorbei und entschwinden. Nur der von ihnen aufgewirbelte Staub hängt noch eine Weile in der Luft, bevor auch er verweht.

Im Hinterhof des Tempels
Wenn man sich dem Tempel von der Rückseite nähert, sieht man, dass er noch einen Zuweg zur Straße hat, der in einen großen, vom Tempel und einigen Wirtschaftsgebäuden gesäumten Hinterhof führt.
Dort steht, mitten im Hof, eine trächtige Stute, am Zügel gehalten von einem halbwüchsigen Burschen in einer Art grünen Livree mit einem Wappen – möglicherweise ein Stallbursche einer der örtlichen Adeligen oder eines Großgrundbesitzers.
Eine schlanke, blonde Frau in praktischer Stallkleidung, die von grauen Strähnen durchzogenen blonden Haare durch ein rosenrotes Tuch zurückgebunden, untersucht und betastet sorgfältig den Leib des Pferdes, während sie ihm gut zuredet. Neben ihr wartet, mit etwas Abstand, ein schwarzhaariger Junge, vielleicht 12 Jahre, gekleidet in die hier üblichen Gewänder der Tempeldiener und Novizen (eine weite Pluderhose und eine Weste in warmem Rostrot) und beäugt das große Tier mit skeptischem Respekt.
Gerade presst die Geweihte ein Ohr an den Pferdeleib. Ihre Miene ist ernst. Sie richtet sich wieder auf und sagt etwas. Dann gibt sie dem Novizen einen Wink und eine Anweisung. Der huscht von dannen, nur um kurz darauf mit einem Tablett zurückzukommen, auf dem ein kleines Säckchen aus weichem Leder steht. Die Geweihte reicht es dem Stallburschen, der es ehrerbietig entgegennimmt. Offenbar erteilt sie ihm noch einmal Anweisungen, denn er neigt den Kopf und scheint ihre Worte zu bestätigen.
Die Geweihte legt dem Pferd die Hand auf die Stirn und spricht ein paar – segnende? – Worte. Dann wendet sie sich dem verzweifelt dreinblickenden Stallburschen zu.
Sie lächelt und legt ihm die Hand auf den Arm, und seine Miene hellt sich auf. Zögernd lächelt er zurück, neigt den Kopf noch einmal und schickt sich an, mit dem Pferd am Zügel den Hof zu verlassen.

Auf dem Gelände des Rahjatempels, bei den Stallungen

Eine Rahjageweihte in Stallkleidung, mit einem roten Tuch über dem Haar, blickt konzentriert über den Hof. Neben ihr steht ein Mann im Kettenhemd, der sie um einiges überragt – ein Krieger, Ritter oder Edler, oder gar ein Rondrianer?
Die beiden beobachten ein großes Streitross, das von einer schon etwas älteren Novizin mit munterem Selbstvertrauen nach Anweisungen der Geweihten in verschiedenen Geschwindigkeiten über den Hof bewegt wird. Er schont eins seiner Beine merklich.
Irgendwann winkt die Geweihte die Novizin herbei und weist diese an, es am kurzen Zügel festzuhalten. Ruhig fährt sie mit ihren Händen über das Bein des Pferdes, bis sie an eine Stelle kommt, an der das Pferd merklich zusammenzuckt und fast zur Seite ausbricht. Sie blickt auf und zeigt auf die Stelle. Dann legt sie die Hände wieder auf, etwas anders jetzt, und murmelt ein paar Worte. Das Pferd zuckt noch einmal zusammen, aber nur kurz, und steht dann, merklich entspannter, still.
Sie richtet sich auf und tritt einen Schritt zurück und sagt ein paar Worte. Sie scheint zu zeigen, wie und wo dem Pferd ein heilender Umschlag angelegt werden kann.
Der Mann im Kettenhemd hört aufmerksam zu und neigt dankend den Kopf, als die Geweihte schließlich endet. Er scheint – erleichtert? Er nimmt das Pferd am Zügel, spricht ein paar Abschiedsworte und verlässt den Hof. Möglicherweise wird er den Tempel bald wieder besuchen, um der Göttin zu danken.

---
Die Orks lassen wohl noch ein Weilchen auf sich warten. Mal sehen, ob mir zu denen auch noch etwas einfällt.

...

Und hier die Zusammenfassung für den eiligen Leser... :wobble:

In der Vorhalle des Tempels
Eine junge Frau kommt auf bloßen Füßen herein. Sie geht zum Tischchen mit den rosenförmigen Duftkerzen, wählt eine aus und lässt leise eine Münze in den Opferstock fallen. In einer Seitennische lässt sie sich im Schneidersitz auf einem Kissen nieder. Die Kerze stellt sie vor sich ab. Sie legt die Hände in den Schoß, schließt die Augen und verharrt in stillem Gebet. Nach etwa einer Viertelstunde erhebt sie sich. Kurz neigt sie vor dem Bildnis der Heiteren Göttin den Kopf, dann schlüpft sie hinaus – genauso leise wie sie hereingekommen ist.

Auflösung…
So man möchte eine Begegnung weniger Tage später… Ich konnte mich nicht für eine Version entscheiden. Je nach Gegend sind also beide möglich.

A.
Die junge Frau ist eine Tänzerin aus Khunchom, die derzeit Abend für Abend in einem der besseren Etablissements der Hafenstadt auftritt - zur Freude der örtlichen Bevölkerung.

B.Die junge Frau ist Ausbilderin in der örtlichen Kriegerakademie, Kaserne oder am Hof des lokalen Adeligen, aber auch dem Tanz sehr zugetan.

Draußen, vor der Stadt
Hufgetrappel ist auf der Straße zu hören und eine Staubwolke nähert sich. Eine große Reiterschar scheint heranzusprengen. Näher herangekommen, ist zu erkennen, dass es hauptsächlich Pferde ohne Reiter sind. Nur zwei oder drei werden mit leichtem Zaum geritten oder laufen am Halfter, der Rest ist frei .
Ihre Reiter, im Staub nur schemenhaft zu erkennen, sind leicht gekleidet in verschiedene Töne von Rosa und Rot, Geweihte der Rahja aus dem örtlichen Gestüt des Tempels, unterwegs mit einigen Jungpferden auf einem Ausritt in die Ebene, oder vielleicht auch hinunter an den Fluss zum Baden für die Pferde.
Wie ein Windstoß sind sie vorbei und nur der Staub hängt noch einer Weile in der Luft.

Im Hinterhof des Tempels
Im Hof steht eine trächtige Stute, gehalten von einem Burschen in Livree mit dem Wappen eines örtlichen Adeligen.
Eine Rahjegeweihte, eine schlanke Frau in Stallkleidung, die von grauen Strähnen durchzogenen Haare durch ein rosenrotes Tuch zurückgebunden, untersucht den Leib des Pferdes. Neben ihr wartet, mit etwas Abstand, ein Junge, vielleicht 12 Jahre, im Gewand der Tempeldiener und Novizen.
Die Geweihte richtet sich mit ernster Miene auf und gibt ihm einen Wink. Er huscht von dannen und kommt kurz darauf mit einem Tablett zurück, auf dem ein kleines Säckchen steht. Die Geweihte reicht dieses dem Stallburschen, der es ehrerbietig entgegennimmt, mit ein paar erklärenden Worten. Dann legt sie dem Pferd die Hand auf die Stirn und spricht ein paar – segnende? – Worte, bevor sie den Burschen und sein Pferd mit einem Nicken und einem Lächeln entlässt.


Auf dem Gelände des Rahjatempels, bei den Stallungen

Eine Rahjageweihte in Stallkleidung, mit einem roten Tuch über dem Haar, blickt konzentriert über den Hof. Neben ihr steht ein Mann im Kettenhemd, der sie um einiges überragt – ein Krieger, Ritter oder Edler, oder gar ein Rondrianer? Er wirkt besorgt.
Die beiden beobachten ein großes Streitross, das von einer jugendlichen Novizin mit munterem Selbstvertrauen nach Anweisungen der Geweihten in verschiedenen Geschwindigkeiten über den Hof bewegt wird. Das Pferd schont eins seiner Beine merklich.
... und auf ihrem Grabstein wird stehen: "Ich hab's dir ja gesagt!"

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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 06.08.2022 09:52

"Kürzer... ihr schafft das" wisperte eine Stimme aus dem Dunkel ... und es war keine Vignette..

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Frostgeneral
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Ungelesener Beitrag von Frostgeneral » 06.08.2022 10:31

Klasse, dass ihr direkt die wiki Vignetten mit einbezieht.
Mein großer Lieblingsartikel dort...
Wenn die Helden den Rahjatempel betreten, können sie erkennen, dass grade eine Weinverkostung abgehalten wird. An den Wänden stehen Tische aufgebaut mit roten und weißen Weinen, bei denen man sich bedienen kann. Ein Spukeimer und Brot steht daneben. Im Garten singen und musizieren vier Geweihte bei lieblichem Sonnenschein.
Wenn die Helden im Orkland herum irren, dann treffen sie auf eine orkische Bauernfamilie. Sie sammeln und ernten das Jagdgras für neue Rüstungstypen und helfen den Helden bereitwillig bei einer Passage durch die gefährliche Ebene vor ihnen.
Wenn die Helden in das orkische Dorf kommen, können sie schon von weitem orkische Trommeln hören. Eine diplomatische Mission aus Ragath hat einige Ferkina und Almadaner hier her geschickt, die bei Ziegen- und Pferdefleisch feiern. Die Almadaner übersetzen auch gerne für die Helden. Man darf sich dazu setzen und eigene Vorräte teilen.

Haketau
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Forenaktion : Orks und Rahja abseits von Klischees - Vignetten

Ungelesener Beitrag von Haketau » 06.08.2022 11:41

Bei Dämmerungseinbruch an Feuertagen treffen honorige Personen in der Schänke „Reblaus“. Nach einem Gebet zu Rahja und dem feierlichen Entzünden einer Öllampe werden gemeinsam Lieder gesungen. Viele Lieder handeln von der Qualität der einheimischen Alkoholika, von denen der ein oder andere Schoppen gepetzt wird. Der „Gesangsverein St. Dorlen“ ist längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Am 29. Rahja, dem Vorabend Rahjanal und Reinigungsfest, treffen sich die Tempelsängerinnen von Rahja- und Hesindetempel auf den Marktplatz. Es gibt einen freundschaftlichen Wettbewerb welcher Tempel die besseren Laiensänger ausgebildet hat.
Am Rande eines adligen Gestüt steht ein kleiner Schrein. Ein Rundbau in dessen Mitte eine hölzerne Rahjastatue steht. Das Gebäude, steht auf unbefestigtem Boden und ist geradeso groß, das die Pferde einmal um sie Statue herumgeführt werden können. Kranke Pferde werden über nacht im Schrein untergebracht.
In den Weinbergen steht ein Weinberghäuschen. In einen Balken ist von unbeholfener Kinderhand etwas geschnitzt worden. Die Silhouette eine Pferds und ein Satz, der wohl: „Helig Götin RAHja flehe der die Stürmherrin und rett unser Ernt.“ lauten soll.
In einem Norbadenlager am Rande einer Siedlung trifft eine Gruppe aus drei Orks ein. Eine sehr alte Orkfrau mit grauem Pelz und zwei junge Krieger. Lange feilscht die Orkfrau mit der Muhme ehe Felle, Wachs, Nahrungsmittel, Metallbarren und Kurzwaren die Besitzerin wechseln. Den jungen Orks ist es sichtlich unangenehm, das sie als unbewaffnete Träger die Mission begleiten müssen.
In einem tulamidischen Teehaus arbeitet ein Ork als Aufpasser. Normalerweise steht er mit seinem leuchtend gelben Gewand an der Tür und lässt, in devoter Haltung, die Gäste eintreten. Ein wohlerzogener orkischer Sklave, der ohne Befehl seines Eigentümer eine Frau nicht mal anschauen, geschweige denn berühren würde.

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Sir Gawain
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Ungelesener Beitrag von Sir Gawain » 06.08.2022 14:16

Vier Variationen einer Vignette
  • Ihr kommt an einem Gestüt vorbei, vor dessen Stall gerade ein junges Mädchen dabei ist, einen prachtvollen Rappen zu striegeln, als eine ältere Frau zu ihr tritt und ihr den Striegel aus der Hand nimmt. „Sieh‘ her Domnatella, so macht man das: kraftvoll und zugleich liebkosend, nicht nur lustlos hin- und herstreifend. Erst deine Hingabe und deine Leidenschaft lassen dein Tun zu einem der Göttin gefälligen Werk werden. Verstehst du?“ -„Ja, Mutter.“ Das Mädchen nickt und nimmt den Striegel wieder selbst in die Hand, ehe euer Blick auf den kleinen Rahja-Schrein an der Front des Herrenhauses fällt.
  • Ihr wandert entlang eines sonnenbeschienenen Weinberges, in dem ein junger Bursche dabei ist, einige Reben zurückzuschneiden, als ein älterer Mann zu ihm tritt und ihm das Rebmesser aus der Hand nimmt. „Sieh‘ her Domnito, so macht man das: energisch und zugleich liebevoll, nicht nur gleichgültig hier- und da einmal einen Trieb kürzend. Erst deine Hingabe und deine Leidenschaft lassen dein Tun zu einem der Göttin gefälligen Werk werden. Verstehst du?“ -„Ja, Vater.“ Der Junge nickt und nimmt das Rebmesser wieder selbst in die Hand, ehe euer Blick auf den kleinen Rahja-Schrein am Wegesrand fällt.
  • Ihr erreicht euer heutiges Tagesziel, die Hacienda de la Suerte. Als ihr den Hof betretet, seht ihr ein junges Mädchen in einem von Wein berankten Pavillon sitzen und mit flinker Hand etwas mit der Feder auf einem Blatt Papier notieren, als ein älterer Mann zu ihr tritt und ihr über die Schulter sieht. Er legt ihr eine Hand auf die Schulter, worauf das Mädchen aufhört zu schreiben. „Denke daran Domnatella, dass nur deine Hingabe und deine Leidenschaft dein Tun zu einem der Göttin gefälligen Werk werden lassen. Ein paar sich reimende Zeilen allein sind nicht dazu angetan, der Schönen Göttin zu huldigen. Verstehst du?“ -„Ja, Dom Ernesto.“ Das Mädchen nickt und beginnt erneut zu schreiben, ehe euer Blick auf den kleinen Rahja-Schrein an der Front des almadanischen Herrenhauses fällt.
  • Ihr passiert das Rund eines Amphitheaters, auf dessen Steinstufen ein junger Bursche sitzt und mit flinken Fingern eine Laute zupft, während er dazu eine Weise singt. Eine ältere Frau tritt zu ihm, legt eine Hand auf die Saiten der Laute legt und bringt die Melodie damit zum Verstummen. „Hör‘ zu Leonello, erst deine Hingabe und deine Leidenschaft lassen dein Lied zu einem der Göttin gefälligen Werk werden. Die Noten zu treffen und dabei ein Lied zu trällern, ist nicht dazu angetan, der Heiteren zu huldigen. Verstehst du?“ -„Ja, Euer Ehren.“ Der Junge nickt, schließt die Augen und nimmt sein Spiel wieder auf, während euer Blick auf der älteren Frau ruht, deren Handrücken Rosentätowierungen tragen.
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Irike
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Ungelesener Beitrag von Irike » 06.08.2022 14:27

Rahjatempel I

Auf dem geschwungenen Weg durch den nach Rosen duftenden Tempelgarten wandelt ein alter Geweihter in rotem Gewand aus durchscheinendem Stoff. Trotz seines hohen Alters und dem Umstand, dass ihm inzwischen alle Haare ausgegangen sind, sieht der Mann noch recht ansehnlich aus. Was vielleicht auch an seiner äußerst charismatischen Aura liegen mag.
In der einen Hand hält er den Rosenzweig mit einer prächtigen roten Blüte. Als er der Besucher des Tempelgarten gewahr wird schaut er auf und lächelt sie freundlich an.

Rahjatempel II

Vor der goldenen Statue der liegenden Göttin im Inneren des Gebäudes bemühen sich zwei junge und offenbar adlige Mädchen, die grazilen Tanzbewegungen der reifen Frau nachzumachen. Ein junger Mann steht dabei und versucht den Kindern die Ausführung der teils komplizierten Bewegungen zu erläutern. Eines der beiden Mädchen, ein graziles und hübsches Kind mit dichten pechschwarzen Haaren stolpert immer wieder unbeholfen über die eigenen Füße, während ihre Gefährtin, ein unansehnliches, pummeliges Mädchen mit blassroter Haut und zahlreichen Sommersprossen, mühelos die Tanzbewegungen nachvollzieht.

__________
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Azazyel
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Ungelesener Beitrag von Azazyel » 06.08.2022 14:50

Orks

Vor einem Fachwerkhaus sind Bänder aufgehängt, die kundtun, dass hier ein Barbier sein Handwerk anbietet. Ein schüchtern dreinblickender Bursche nimmt gerade auf einem Stuhl Platz, da wirft ihm ein schlanker Ork auch schon das Tuch um und beginnt, ihm das nussbraune Haar zu kämmen. Auf die Frage "Wie immer?" nickt der Junge stumm.

Neben den TSA-Schrein hat jemand mit einem Stock oder Stab eine Eidechse in die Erde gekratzt. Davor kniet ein Ork mittleren Alters. Die Augen geschlossen, murmelt er ein Dankesgebet und dreht dabei an den bunten Perlen einer Kette.

Abseits der sonnenflirrenden Wege ist das Grün hochgeschossen. Zwischen den Stauden und Gräsern halb versteckt liegt ein Teich, verraten durch einen Saum von Schilfrohr und das Schwirren der Libellen. Am Ufer sitzt eine Orkfrau und schüttet Wasser auf ein schmutziggraues Stofftuch, welches sie sich daraufhin seufzend um die Stirn bindet. In diesem Moment fällt ihr Rucksack nach vorne um und verteilt die ganze Habe ins grünliche Wasser.

Neben der Brücke landet knirschend ein Boot an. Völlig unbeeindruckt vom Regen, der nun in Bindfäden herabgeht, springt ein Ork mit breitem Fischerhut heraus in den Uferschlamm und wendet sich um zu seinem Fang: Etwa zwei Dutzend in einem großen Holzbottich zappelnde Fische. Einer ist herausgefallen ins Boot und wird nun zurück zu den anderen geworfen.

Der Orkjunge blickt euch an, und Rotz hängt ihm unter der Nase. Er rückt den Aushang etwas zurecht und schlägt dann einen zweiten Nagel ein. Auf dem Pergament ist zu lesen "Wer had meinen Hund gesehn" und darunter findet sich eine Zeichnung vom Besitzer mit seinem Tier. Offenbar ist es größer als er und hat gelbe Augen sowie drahtig-schwarzes Fell.

RAHja-Geweihte

Stämmige Ponies weiden im Schatten einer alten Linde. Am Rand der Koppel kauert ein Geweihter und versucht, die umgerissenen Teile eines Zauns wieder aufzurichten, stetig beäugt von einem der Tiere. Als ihr euch nähert, blickt er auf. "Die heutigen Reitlektionen werden etwas warten müssen" teilt er euch mit.

Der blaue Blick der Geweihten schweift prüfend über die Gäste. Dann geht sie mit bestimmtem Schritt auf einen besonders stark berauschten Gast zu, beugt sich zu ihm hin und beginnt, ihm gut zuzureden. Der Gast protestiert zunächst und verlangt nach einer weiteren Runde, doch als ihm der leere Kelch entgleitet und über den Tresen rollt, gibt er nach und lässt sich nach draußen geleiten. "In diesem Zustand kann ich Euch nicht gestatten, Euch auf ein Pferd zu setzen", hört ihr sie noch sagen.

Vor dem Tempel haben ein paar Kinder einen kleinen Stand aufgestellt, wo sie nun Pferdebürsten und Satteldecken anbieten. Ein etwas abgewetzt wirkendes Exemplar soll einmal dem berühmten Alrik vom Blautann höchstselbst gehört haben. Ein Junge in Akoluthenkleidung schnitzt an einem Holzpferd.

Am Bach hinter dem Tempel beugt sich ein Rahja-Geweihter hinunter und hält nacheinander mehrere leere Flaschen ins glitzernde Wasser, um sie auszuspülen. Dabei murmelt er halblaut vor sich hin. Als sich durch die Feuchtigkeit eins der prächtig gestalteten Etiketten löst, entgleist ihm kurz die Sprache.

Am Rande der Straße steht ein schnaubendes Pferd und weigert sich beharrlich, noch einen einzigen Schritt weiter zu gehen. Ein Akoluth der Rahja, fast noch ein Kind, versucht ihm gut zuzureden, doch aus seinen Augen spricht pure Überforderung.

Vor dem Gasthaus sitzt, halb im Schatten eines großen Sonnenschirmes, eine ältere Frau im Gewand einer Rahjageweihten und schnarcht. Der halb aufgegessene Honigkuchen auf dem Tischchen vor ihr wird derweil zur Beute von Wespen, Fliegen und Schmetterlingen.

Als ihr die gerade die Schankstube betreten wollt, rennt euch ein erbost dreinblickender Rahjageweihter in die Arme. "Geht ruhig hinein" brummt er entschuldigend. "Aber kommt zu mir, wenn es Probleme gibt. Wollen doch sehen, ob sich die Wirtsleute noch einmal trauen, den Wein derart zu verwässern!"

Das Jahr ist vorangeschritten und die letzten Reben eingebracht. Während die ersten Graupel über die Hänge gewirbelt werden, rennen Kinder zwischen den Stäben des Weinbergs hin und her und binden rote Bänder daran. Am Fuß des Hangs vor einem kleinen Steinhaus brennen in einem Feuerchen ein paar Schnittreste, davor sitzt eine Akoluthin und reinigt ihr Werkzeug.

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Ungelesener Beitrag von Lifthrasil » 06.08.2022 15:39

Und dann war da noch der Ork, dessen Kriegsname übersetzt 'Pick Hart' hieß. Er hatte sich die Spitzhacke als Waffe erkoren, mit der er gekonnt Helme und Schädel durchschlug. Bis er eines Tages, bei einem Überfall auf den Karren eines Rahjageweihten versehentlich das Fass mit dem geweihten Wein anschlug.
Welch betörender Duft quoll daraus hervor! Der Ork vergaß das kämpfen und ließ den Geweihten laufen, um sich ganz dem Weine zu widmen, den er noch nie in dieser Qualität gekostet hatte. Und Rahja schenkte ihm, vielleicht als Dank für das Leben, das er schonte, den Gaumen und die Nase um guten Wein vollauf goutieren zu können.
So mag es nicht wundern, dass er im gesegneten Rausch beschloss, das Kriegshandwerk an den Nagel zu hängen und herauszufinden, wo solch ein Getränk herkommen möge und wie er selbst es herstellen könne. So bergab er sich auf eine gesegnete Queste, das Winzerhandwerk zu erlernen. Und diese Queste führt ihn letzendlich ins Yaquirtal. Doch das ist eine andere Geschichte und vielleicht begegnen ihm die Helden ja schon auf seiner Wanderschaft.
Um Fenias Bitte zu entsprechen, editiere ich meinen zweiten Beitrag in diesen hinein:
Im Horasreich an den sonnigen Hängen des lieblichen Yaquirtales liegt ein zauberhaftes Weingut, das Chateau Pic'ard, dem der Volksmund... und der Mund eines jeden Genießers... einen reichen Rahjasegen nachsagt. Der Winzer ist ein alter Ork, der die Unkrauthacke so geschickt wie kein zweiter führt. Kein Halm entgeht ihm und sein Weinberg gedeiht und trägt reiche Frucht. Auch versteht er sein Handwerk und weiß aus den Trauben den besten Yaquirtaler zu keltern den es gibt.
Kennenlernen mag man ihn zum Beispiel am 'Tag des Fassanschlagens', einem jährlichen Fest, bei dem er ein paar seiner besten Fässer aus dem Keller rollt und den kostbaren Wein kostenlos an durchziehende Reisende und neidische Nachbarn ausschenkt. Ungewöhnlich ist, dass er die Fässer bei dieser Gelegenheit nicht mit Hammer und Spund öffnet, sondern mit einer alten Spitzhacke. Auch ist das Fest an keinem üblichen Feiertag, sondern es scheint ein persönliches Jubiläum zu sein, das der alte Ork hier zu Rahjas Ehren Jahr um Jahr feiert.
Nach dem dritten oder vierten Glas darauf angesprochen, mag Pic'ard die Geschichte eines jungen Kriegers erzählen, dessen Spitzhacke fehl ging und statt eines Schädels ein geweihtes Fass durchbohrte... Aber das ist eine andere Geschichte.
Zuletzt geändert von Lifthrasil am 06.08.2022 21:22, insgesamt 2-mal geändert.

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Ungelesener Beitrag von Lifthrasil » 06.08.2022 15:52

Im Horasreich an den sonnigen Hängen des lieblichen Yaquirtales liegt ein zauberhaftes Weingut, das Chateau Pic'ard, dem der Volksmund... und der Mund eines jeden Genießers... einen reichen Rahjasegen nachsagt. Der Winzer ist ein alter Ork, der die Unkrauthacke so geschickt wie kein zweiter führt. Kein Halm entgeht ihm und sein Weinberg gedeiht und trägt reiche Frucht. Auch versteht er sein Handwerk und weiß aus den Trauben den besten Yaquirtaler zu keltern den es gibt.
Kennenlernen mag man ihn zum Beispiel am 'Tag des Fassanschlagens', einem jährlichen Fest, bei dem er ein paar seiner besten Fässer aus dem Keller rollt und den kostbaren Wein kostenlos an durchziehende Reisende und neidische Nachbarn ausschenkt. Ungewöhnlich ist, dass er die Fässer bei dieser Gelegenheit nicht mit Hammer und Spund öffnet, sondern mit einer alten Spitzhacke. Auch ist das Fest an keinem üblichen Feiertag, sondern es scheint ein persönliches Jubiläum zu sein, das der alte Ork hier zu Rahjas Ehren Jahr um Jahr feiert.
Nach dem dritten oder vierten Glas darauf angesprochen, mag Pic'ard die Geschichte eines jungen Kriegers erzählen, dessen Spitzhacke fehl ging und statt eines Schädels ein geweihtes Fass durchbohrte... Aber das ist eine andere Geschichte.

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Ungelesener Beitrag von Lifthrasil » 06.08.2022 16:04

Tja, kurz sind die beide nicht. @Fenia_Winterkalt soll ich die trotzdem in die Vignettensammlung in der Wiki schreiben? Oder sind die zu lang und es gibt einen besseren Ort dafür?

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Ungelesener Beitrag von Madalena » 06.08.2022 16:24

Ein Kaleidoskop verschiedener Blumendüfte erfüllt den Tempelpark, während der Kies unter euren Füßen knirscht. Ein rotgewandeter Mann mit Gartenschere steht vor einem Rosenstrauch, lässt sich Zeit bevor er entscheidet welchen Trieb er abknipst.

In dem marmornen Brunnen mit Göttinnen-Statue schwimmt ein einzelnes Blatt. Unmöglich dass dem Gärtner entgangen ist. Es wirkt wie eine bewusste Imperfektion, die den so liebevoll und sorgfältig gestalteten Garten für Menschen zugänglicher wirken lässt, zeigt dass man sich hier ruhig bewegen und seine Spuren hinterlassen darf.

Der Mann sieht euch und lächelt euch an. Man merkt dass die Freude den Park zu gestalten ihn ebenso erfüllt wie die Tatsache, dass auch anderen diesen Ort genießen.

Ein letztes Mal knipste die Schere die Rose zurecht. Sulvadan ließ den Blick schweifen, ging durch den Garten. Ein Blatt schwamm in dem Springbrunnen. Kurz überlegte er, es heraus zu fischen. Aber es war genau richtig dort. Brach die Perfektion auf, und machte den Ort damit erst heimeilig. Gab das Gefühl dass man sich hier auch aufhalten und entspannen konnte, anstatt einfach nur den Atem anzuhalten um ja nichts zu stören.

Sulvadan genoss diese Tätigkeit. Und um so schöner war es, dass er allen Besuchenden des Gartens ebenso Genuss schenkte. Kurz blieb er an der marmornen Statuette stehen, und dankte der Herrin Rahja für dieses Leben.
Edit: okay, das war eine. Vielleicht ja später mehr. :)
Edit Edit: vignettisiert - dieses Edit habe ich geschrieben in einem Park sitzend 🌺
Zuletzt geändert von Madalena am 07.08.2022 10:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von Fenia_Winterkalt » 06.08.2022 16:28

Bitte nächstemal in einen alten Beitrag reineditieren wenn es sonst zu einem Doppelpost kommt. Bei Langen Vignetten, keine Ahnung, lasst sie sonst einfach erstmal hier :)

btw. Edit:

Ein sehr alter, gebeugter Mann pflanzt eine Rose auf ein Grab. Eine Junge Rahjaakoluthin steht still neben ihm. "Auch wenn Tsa uns keine Kinder vergönnt hat, so hatte ich fast 60 Jahre die schönste, gütigste und fröhlichste Frau an meiner Seite. Nun will ich meine letzten Atemzüge lang der Herrin dafür danken" spricht er leise... zu wem genau.. weiß man nicht.

Am Rande des Orklagers steht ein großes Zelt aus dem helle Stimmen und Gelächter dringen. Durch einen kleinen Riss kann man eine größere Menge Orkinnen entdecken. Sie säugen Babys, flicken Kleidung und Essen von großen Platten in der Mitte. Dazwischen wuselnd tobende kleine Orkmädchen.

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Madalena
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Ungelesener Beitrag von Madalena » 06.08.2022 16:50

Madalena hat geschrieben:
06.08.2022 16:24
Edit: okay, das war eine. Vielleicht ja später mehr.
Keziki hörte sein wütendes Brüllen. Sein Kind war fort. Sie hatte ihn geraubt. Oder besser gesagt, weg gegeben. An diesen Ort, von dem es heißt dort würden Mädchen zu einem anderen Leben heranwachsen, als dem eines Tieres das Orks gebärt. Vielleicht würde Keziki auch davon kommen, denn es war nur ein Mädchen. Aber auch ihr eigenes Leben war wenig wert, und ob der Häuptling es hinnehmen konnte, dass die Kinder die seine Krieger ihm gemacht haben weg gegeben werden?

Es war in Ordnung so. Keziki hätte ihren Frieden damit wenn sie jetzt stirbt. Ihr Kind wird ein besseres Leben haben.
Ich hoffe, es gibt keine Dopplungen. Bei so kurzen Vignetten wiederholen sich ja schnell Motive.
Zuletzt geändert von Madalena am 06.08.2022 18:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitrag von Haketau » 06.08.2022 17:19

Teil 2:
Es ist Hochsommer in einem Dorf im Yaquirtal. Ein Boot legt am Ufer an. Unter den strengen Augen und Peitschen einiger Aufseher beginnen kriegsgefange Orks das Boot zu entladen. Schwere Eisenketten schleifen über den trockenen Boden. Die Orks tragen körbeweise Rindermist in die Weinberge.
Ein Jahrmarkt auf dem Land. Eine Viehhändlerin feilscht mit dem Bauern um den Preis eines Pferdes. Bevor die beiden sich handelseinig sind, bitten sie eine Rahjageweihte um ein neutrales Gutachten über die Qualität des Pferdes.
Der Katechismusunterricht im Rahjatempel ist ein beliebter Treffpunkt der Jugend. Neben Lesen der Annalen und der allgemeinen Zwölfgötterkunde unterrichtet der alternde Geweihte auch in Gesellschaftstänzen und Umgangsformen. Viele spätere Traviabünde nehmen hier ihren Ausgang.
Irgendwo am Svelt. Drei Orkfrauen sitzen am Lagerfeuer und bereiten Getreidebrei. Dabei lästern sie über 'die Jungs' die noch zu doof sind sich Namen zu merken.
Die Zunft der Barbiere und Kosmetikhändlerinnen richtet ein Fest zu Ehren der neuen Meister aus. Ein Rahjageweihter hält eine Tischrede und reicht den neuen Zunftmitgliedern ein Kelch mit gesegnetem Wein.
Ein orkischer Jäger versteckt sich vor einer Gruppe Zwerge die lautstark durch den Wald poltert.
Ein norbardischer Honigsammler wird von einem Feuermolch angegriffen. Unerwartet springen im zwei orkische Jäger bei, die das Tier erlegen.

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Ungelesener Beitrag von Lifthrasil » 06.08.2022 21:21

@Fenia_Winterkalt so, ich habe meine Beiträge gnadenlos gekürzt und vignettisiert in die Wikignetten eingetragen.

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Ungelesener Beitrag von chizuranjida » 07.08.2022 03:03

Fenia_Winterkalt hat geschrieben:
06.08.2022 09:52
"Kürzer... ihr schafft das" wisperte eine Stimme aus dem Dunkel ... und es war keine Vignette..
Wie lang darf eine Vignette denn höchstens sein? Ich musste ehrlich gesagt gerade erstmal nachschlagen was das ist.
In der Literatur wird ein kurzer (impressionistischer) Text, der sich auf einen Moment, eine Person, einen Ort, ein Objekt oder eine Idee bezieht, als Vignette bezeichnet.[3] Die Analogie zur Malerei besteht darin, dass die Vignette durch die visuelle Beschreibung – und nicht etwa durch eine Handlung – wirkt
https://de.wikipedia.org/wiki/Vignette

Hätte ich wohl eher machen sollen. Mein erster Text ist dann wohl leider keine.

-

Die Orkin ohne Namen stand vor dem Tor des Ingerimm-Tempels und hoffte, dass alles gutgehen würde. Gushrogh hatte ja alles organisiert, und der war schließlich "Steiger". Einer, der anderen Befehle gab. Einer, der sich auskannte in Uhdenberg. Die Kinder der Bergleute gingen im Ingerimm-Tempel zur Schule. Dort lernten sie Lesen, Rechnen und die Grundzüge des Götterglaubens. Sie hoffte einfach, dass sie nicht mit den Glatthäuten reden müsste, dass kein Problem auftreten würde, auf das sie keine Antwort hätte. "Mama, Mama!" Ihre Tochter zog aufgeregt an ihrem Rock. "Komm doch mit rein! Du bist doch nicht dumm. Du kannst das auch alles lernen. Komm mit, Mama!"

-

"Ein Ork! Das ist ein Ork!" Die Kinder machten große Augen und zeigten auf ihn. Thorolf nahm es mit Humor. Er kratzte sich an den Hauern, wuschelte sein Haar zurecht und ließ die Muskeln spielen. Dann reckte er den Schläger in die Luft. "Orkan Thorwal ..."
"Wir sind weiß, wir sind rot, wir schlagen uns're Gegner tot!" brüllten alle Frauen und Männer seiner Mannschaft. Das Auswärtsspiel konnte beginnen.

-

Edit: Auch was für Rahja. Womöglich ist das endlich auch eine Vignette. Oder zumindest sowas Ähnliches:

Im Ringen konnten sie mit jeder Akademie-Kriegerin mithalten, auch denen aus Rethis. Bruder Rahjenysios und Bruder Philander, nackt in der Sandgrube, schwitzend, Arme wie Ankertaue, eingeölt mit Olivenöl. Der Vasenmaler hatte sein Motiv gefunden.
Zuletzt geändert von chizuranjida am 07.08.2022 14:20, insgesamt 3-mal geändert.
"Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Al'Anfa wieder eins drauf kriegen wird."
- Alrik der Ältere

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Ungelesener Beitrag von Avariel » 07.08.2022 09:44

Drei Vignetten für Rahja:
Im Rosengarten des Tempels haben eine Geweihte und eine Handvoll Gläubige in einem Stuhlkreis Platz genommen. Ein Tempeldiener geht umher und schenkt Wein aus einer gläsernen Karaffe ein. „Rahja zum Gruße“, erhebt die Geweihte das Wort. „Ich heiße euch willkommen zur heutigen Lesung aus den gesammelten Werken des Bladonis.* Dass es geschlechtliche Begierde ohne Liebe gibt, ist weithin bekannt. Hingegen Liebe ohne geschlechtliche Begierde? Das erscheint manch einem seltsam. Der Segen Rahjas aber liegt selbstverständlich auch auf dieser Form der Liebe. Und diese ist es, von der uns hier und heute Gedichte aus alten Zeiten künden werden. Öffnet eure Ohren, öffnet eure Herzen.“ Als der Tempeldiener seinen Rundgang vollendet hat, schlägt die Geweihte ein ledergebundenes Buch auf und beginnt zu lesen.
* Bladonis ist ein für eine frühere Forenaktion konzipierter NSC: viewtopic.php?t=53611#p1928023
Hinter dem Altar ist ein Künstler am Werk, der die halbrunde Kuppel der Apsis mit einem Fresko bemalt. Das bereits zu großen Teilen fertiggestellte Wandgemälde zeigt eine Gruppe von Menschen in heiterer Stimmung, die auf einer Decke zwischen Weinreben picknicken und sich an Trauben und Wein laben.
Abends auf der Reichsstraße schlägt ein Kutscher mit der Peitsche wie wild auf die vor seinen Wagen gespannten Pferde ein, um die offenkundig bereits völlig erschöpften Tiere anzutreiben. Ein entgegenkommender Rahjageweihter, der auf die Szenerie aufmerksam wird, eilt hinzu und stellt den Kutscher zur Rede.

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Forenaktion : Orks und Rahja abseits von Klischees - Vignetten

Ungelesener Beitrag von Haketau » 07.08.2022 12:57

Teil 3:
Skandal beim Vinsalter Opernball: Die rahjageweihte Intendantin hat beim Tanzballett: „Zottelhaar und Schönheit“ eine Hauptrolle mit einem Ork besetzt.
Vor der Statue der Rahja tanzt eine Geweihte hingebungsvoll den Tanz der sieben Schleier. Die anwesenden Tulamiden sind so tief ergriffen, das sie vergessen an den Wasserpfeifen in ihren Händen zu ziehen.
Seit Stunden tagt das örtliche Gericht. Es wird gegen eine Abenteuergruppe verhandelt, die den Orksklaven eines örtlichen Großbauern erschlagen hat.
In der Bibliothek findet sich ein Buch, das Holzschnitte und Beschreibungen der berühmtesten 15 Rahjastatuen enthält.
Vor der Stadt findet eine Hinrichtung statt. Der Henker ist ein Ork in einem abgenutzten roten Gewand.
Ein Rahjageweihter bittet auf einem Jahrmarkt die Besucher um Spenden. Das Bad im örtlichen Tempel muss dringende renoviert werden.
In einem Orklager legt eine Orkfrau einem schwer verletzten Orkjäger einen Kräuterverband an. Die Tücher sind frisch gewaschen und die Kräuter duften intensiv.
Der örtliche Tempel ist vorübergehend geschlossen. Auf Nachfrage erfahren die Reisenden, das die Ketten des Göttinnenstandbildes der gefesselten Rahja derzeit gereinigt werden und in dieser Zeit niemand den Tempel betreten darf.
Im festumer Tierpark arbeitet ein Ork hingebungsvoll als Tierpfleger eines Wollnashorn. Abend kehrt er heim zu seiner Familie im Gerberviertel.

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Ungelesener Beitrag von Lifthrasil » 07.08.2022 13:37

"Nochmal!" Eine Stimme wie ein Peitschenknall. "Nicht nachlassen! Höher! Keine Tränen. Der Schmerz heißt, dass euer Körper lernt! Und nochmal von vorne!" Wie ein Offizier drillt die alte Tänzerin ihre jungen Eleven. Bis endlich jede Bewegung perfekt im Einklang ist.
"Danke Rahja!" haucht sie mit einer Sanftheit, die ihre Schüler ihr gar nicht zutrauen würden.
"RRAAAAHHH!" Die Kinder kreischen als die grell bemalte, zottelige 'Bestie' auf sie zustürmt. Um so mehr lachen sie als der Ork in das Ballonschwert beißt, mit dem sein Clownskollege ihn abwehrt. Der Ballon platzt und Brararghk macht einen Purzelbaum rückwärts. Seinen Kriegerstolz hat er längst begraben. Solange die Besucher des Wanderzirkus lachen, ist der Ork-Clown zufrieden.
Zuletzt geändert von Lifthrasil am 07.08.2022 16:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Ungelesener Beitrag von Ylara Windmut » 07.08.2022 14:40

"Tarosch jetzt gehen" - der Raum erzittert unter den schweren Schritten des Schwarzpelzes der seinen menschlichen Tischnachbarn fröhlich, aber vorsichtig zum Abschied winkt. "Grüß Jara von mir", rief die junge Schankmaid dem Schrank eines Mannes hinter her. "Tarosch machen. Und ihr nicht machen zu lange!" Die kleine Schenke liegt noch einige Momente im stillen, nachdem die Tür ins Schloss gefallen ist, ehe es weiter geht, als sei gerade nichts passiert.
*Auf dem Reitplatz war viel los. Jedenfalls mehr als die Priesterin erwartet hatte. "Euer Gnaden, die Tunierpferde würden gleich zur Besichtigung ebreit stehen.", kam es von einem Knappen. Sie nickte. Die Tiere der Göttin mussten auch für solche Unterfangen bei bester Gesundheit sein. Sie blickte kurz herüber zum Rondarianer, der mit ihr den Platz betreten hatte, aber abgebogen war, bevor sie weitere Worte wechseln konnten. Was er mit der Ausrüstung der Teilnehmer machte, würde sie gleich mit den Pferden machen.
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